Kampf um Opel
Paris pocht auf Beschäftigungszusagen

Das Wort von Michel Sapin hat bei PSA Gewicht. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister glaubt, dass die mögliche Übernahme von Opel Vorteile für alle Beteiligten bringen kann. Aber nur unter einer Bedingung.
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ParisDie Schaffung einer neuen Automobilgruppe aus Peugeot Citroen und Opel Vauxhall kann nach Ansicht des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Michel Sapin Vorteile für alle Beteiligten bringen. Das gelte allerdings nur unter einer Voraussetzung, nämlich der, dass die Arbeitsplätze erhalten werden.

Sapin äußerte sich nach dem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Wolfgang Schäuble und seinem polnischen Kollegen Mateusz Morawiecki. Der sagte seinerseits, dass die polnische Regierung bereits Kontakte mit Opel-Chef Neumann sowie mit der deutschen Wirtschaftsministerin und mit dem französischen Wirtschaftsminister gehabt habe: „Wir wir sind sehr optimistisch, dass eine neue Gruppe entstehen wird.“ Mit Blick auf das polnische Opel Werk mache er sich keine Sorgen, da es „eines der produktivsten im internationalen Vergleich ist.“ Morawiecki wies darauf hin, dass er in der Runde der drei Finanzminister den möglichen Verkauf von Opel und Vauxhall an PSA angesprochen habe. Schäuble wollte sich zu den laufenden Gesprächen nicht äußern.

Sapin wies darauf hin, dass er am Donnerstag mit seiner deutschen Kollegin Brigitte Zypries sprechen wird, vorher wolle er sich nicht detailliert zu der möglichen Verbindungen von PSA und Opel äußern. Auch er sagte aber, die Operation können Vorteile für alle bringen, dennoch sei er „sehr wachsam.“ Er habe bedauert, dass PSA „nicht früher mit mir geredet hat.“ Das Unternehmen müsse nun „vor allem die Gewerkschaften und die Mitarbeiter am Aufbau des neuen Ensembles“ beteiligen. Es gehe darum, den Mitarbeitern Transparenz und Offenheit zu zeigen, und dies nicht nur zu sagen.

Sapin äußerte sich so, als habe er keinerlei Zweifel mehr daran, dass die Verbindung von PSA und Opel zustande kommt. Sein Wort hat Gewicht, da der französische Staat mit rund 14 Prozent bei PSA mit den Marken Peugeot und Citroën beteiligt ist.

PSA hatte in der vergangenen Woche überraschend angekündigt, Opel von General Motors übernehmen zu wollen.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

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