Kampf um Personal
Wie Bosch Ingenieure für Asien sucht

Deutsche Unternehmen müssen sich in Asien zunehmend anstrengen, Personal für das weitere Wachstum zu finden. Mit der Entwicklung der schnell wachsenden Schwellenländer werden Uni-Absolventen wählerischer und vor allem teurer. Wie der deutsche Hersteller Bosch den Kampf um die besten Köpfe gewinnen will.
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PEKING. "Wir wollen eine große Zahl von hochqualifizierten Mitarbeitern rekrutieren, weiterbilden und nicht zuletzt auch an Bord halten", sagt Uwe Raschke, der von Schanghai aus das Asien-Pazifik-Geschäft von Bosch leitet. Bosch beschäftigt in der Region mehr als 60 000 Mitarbeiter. Angesichts eines Wachstums von durchschnittlich 30 Prozent in den vergangenen fünf Jahren komme dem Personalwesen ganz besondere Bedeutung zu, sagt Raschke. Es herrsche "war for talents" - ein Krieg um die besten Leute.

Gerade in China klagen praktisch alle deutschen Unternehmen über die schwierige Personalsituation. Den meisten Ärger macht den Verantwortlichen die geringe Loyalität: Wenn ein Konkurrent mehr Geld bietet, springen die Mitarbeiter mit ihrem Firmenwissen ohne große Bedenken ab.

Der chinesische Arbeitsmarkt bietet derzeit auch laufend Möglichkeiten zum Wechsel - denn auch die einheimischen Firmen bieten inzwischen international übliche Gehälter. "In den letzten Jahren haben chinesische Unternehmen in Bezahlung, Ausbildung und Unternehmenskultur riesige Fortschritte gemacht", sagt Hui Ouyang vom Fachkräfteforschungszentrum des Personaldienstleisters ChinaHR.com.

Lange Zeit seien ausländische Unternehmen wegen besserer Bezahlung und modernerem Management bei den jungen Leuten extrem gefragt gewesen, so der Personalberater. "Doch das Image chinesischer Arbeitgeber hat sich stark verbessert. Die einheimischen Unternehmen gewinnen beim Kampf um Fachkräfte zunehmend die Oberhand." Den Ausländern empfiehlt er, angesichts schnell steigender Lebenshaltungskosten bei Gehaltserhöhungen mitzuziehen und den Mitarbeitern möglichst viele Extras wie Finanzhilfe für die Ausbildung ihrer Kinder zu bieten.

Selbst bei einem Unternehmen wie Bosch springen qualifizierte Leute zuweilen wieder ab - obwohl das Unternehmen in China einen guten Ruf genießt. "Die Fluktuation ist tatsächlich höher als in anderen Ländern", sagt Raschke. Dabei braucht das Unternehmen wegen des schnellen Wachstums jeden Mitarbeiter: Bis Ende 2010 wird Bosch in der Forschung und Entwicklung mehr als 26 000 Mitarbeiter weltweit beschäftigen, rund 1 000 mehr als zu Jahresbeginn. Das Plus kommt vor allem aus Asien.

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  • Dann soll die Fa. bosch mal ins Ausland gehen und mit finanziellen Anreizen die ganzen deutschen Fachkräfte zurückholen, die in den letzten 4 bis 5 Jahren unser Land verlassen haben, weil sie hier nur als unbezahlte Praktikanten arbeiten durften
    Und natürlich holt man sich mal wieder Kulturfremde.
    Was läuft hier eigentlich ab?

  • "...denn auch die einheimischen Firmen bieten inzwischen international übliche Gehälter."
    Liebes Handelsblatt, bitte erst einmal richtig recherchieren! Das durchschnittliche Gehalt eines chinesischen ingenieurs beträgt derzeit etwa 13000 Euro. Das würde ich keineswegs als "international üblich" bezeichnen.
    Angesichts der Tatsache, dass chinesische ingenieure sehr schnell dorthin fluktuieren, wo gerade die beste bezahlung geboten wird: was wird es wohl für Konsequenzen haben, wenn wir die Gehälter für Zuwanderer auf 40000 Euro senken?
    Wie viele chinesische ingenieure werden da mal eben einen 2-3 jährigen "Crashkurs" bei einem deutschen Unternehmen mitnehmen?

  • @ Nicht verzagen, das wird schon. Warum hiesige weiterbeschäftigen, erstmal entlassen und Dann als Zeitarbeiter wieder einstellen

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