Kampf um Rohstoffe
Konzerne stürzen sich auf Afrikas Öl

Die Ölfelder Afrikas stellen für Unternehmen ein hohes Risiko dar. Auf Grund des steigenden Bedarfs und der winkenden Erlöse nehmen immer mehr Konzerne das Risiko in Kauf. Oft zu hohen Preisen.

Kapstadt, Berlin, DüsseldorfDie Welt braucht immer mehr Öl. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte gestern angesichts des globalen Wirtschaftswachstums einen Bedarf von 91 Millionen Barrel des Rohstoffs pro Tag für 2012. Derzeit sind es 89,5 Millionen Barrel. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

Die internationalen Ölmultis suchen daher weltweit neue Quellen. Besonders Erdöl aus Subsahara-Afrika stößt trotz der meist instabilen Lage in vielen der Förderländer auf immer größeres Interesse. Bisher stammen aus Afrika gerade einmal zehn Prozent der globalen Ölproduktion.

Sollte die Erschließung im bisherigen Tempo weitergehen, dürften die Rohölproduzenten ihre Förderung allein südlich der Sahara bis 2015 in nur zehn Jahren fast verdoppelt haben. Ölpreise von mehr als 100 Dollar je Barrel und neue Technologien machen zudem die Erforschung von zuvor als unökonomisch betrachteten Ölvorkommen in der Tiefsee lukrativ. Eine Reihe neuer Ölfunde vor der Küste zwischen Sierra Leone und Ghana hat das Interesse der Ölkonzerne noch gesteigert. Im September 2010 stieß die US-Explorationsfirma Anadarko Petroleum bei Probebohrungen vor Sierra Leone auf Erdöl. Bemerkenswert war der Fund deshalb, weil er in Lage und Struktur dem vor Ghana gelegenen riesigen Jubilee-Ölfeld ähnelt. Nach Angaben der an dem Fund beteiligten britischen Explorationsgesellschaft Tullow Oil ist es damit wahrscheinlich, dass sich entlang des 1100 Kilometer langen Küstenstreifens zwischen Ghana und Sierra Leone wegen der ähnlichen Tektonik weitere Felder befinden.

Afrikanisches Tiefseeöl ist begehrt, weil es meist leicht und schwefelarm ist - dadurch lässt es sich einfacher zu Benzin verarbeiten. Auch dauert die Verschiffung über den Atlantik nur halb so lange wie aus dem Nahen Osten. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass mit Ausnahme von Nigeria und Angola alle anderen Ölförderer in Subsahara-Afrika keine Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sind und damit unabhängig von dem Kartell agieren können.

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