Kampf um Talente

Apple verpflichtet ehemaligen Tesla-Vize

Im Silicon Valley tobt ein harter Kampf um die automobilen Vordenker. Nun soll Apple für das „Project Titan“ einen ehemaligen Spitzenmanager von Tesla verpflichtet haben.
Teslas neue, teurere Nase
Tesla-Gründer Elon Musk und das Model S
1 von 7

Als Tesla seine rein batteriebetriebene Oberklasse-Limousine Model S vorstellte, war man beim Design noch auf Nummer Sicher gegangen: Die große Fließheck-Limousine, gezeichnet vom früheren Mazda-Chefdesigner Franz von Holzhausen, trat mit gefälligen Formen und Proportionen auf, wagte sich aber stilistisch noch nicht auf Neuland.

Nicht einmal in der Frontpartie: Hier simulierte bisher stets eine glänzend schwarz lackierte Fläche einen Kühlergrill, den das Model S in dieser Form aber gar nicht benötigt ...

Tesla Model S nach dem Facelift
2 von 7

Jetzt haben die Amerikaner ihrem meistverkauften Modell ein neues Gesicht verpasst – mit einfachen, jedoch sehr wirkungsvollen Mitteln: Die Frontschürze wurde geschlossen, es bleibt nur noch ein horizontaler Streifen mit einer kleinen Nase zurück, in der das Tesla-Logo steht. Die LED-Leuchten sind nun im Stil des Model X geformt.

Model S nach dem Facelift
3 von 7

Mit dem neuen Gesicht wirkt das Model S nicht nur eleganter und futuristischer, es formuliert nun auch wirksamer als zuvor eine Elektromobilitäts-Ästhetik, die sich von konventionell angetriebenen Fahrzeugen abhebt.

Neu auf der Optionsliste findet sich nun das ebenfalls vom Model X bekannte Hochstrom-Ladegerät. Dank einer Leistung von 16,5 kW soll es rund 50 Prozent schneller laden als das Standard-Ladegerät mit 11 kW. Der Aufpreis beträgt 1.700 Euro.

Gleichzeitig verhilft das Facelift der Marke wieder zu einem geschlossenen Auftritt:
4 von 7

Auch das Crossover-Modell Model X (hier im Bild) verfügt über die neue Nase.

Tesla Model 3
5 von 7

Beim kompakten Model 3 wiederum ist in Sachen Formgebung zwar noch nicht das letzte Wort gesprochen. Doch auch das ab rund 35.000 Dollar angekündigte und hunderttausendfach vorbestellte erste Massen-Elektroauto von Tesla zeigte sich bei der offiziellen Präsentation vorne geschlossen.

Model S
6 von 7

Neu ist mit dem aktuellen Facelift außerdem die Klimaanlage mit optionalem Hepa-Kohle-Luftfiltersystem und „Biowaffen-Schutzmodus“ sowie eine eher rustikal wirkende Dekor-Variante mit Eschenholz am Armaturenbrett. Sie kommt im Pakete mit LED-Blinkern, elektrischer Heckklappe und Nappaleder-Armaturenbrett für 3.300 Euro.

Auch das Heck wurde leicht modifiziert. Dank der verbesserten Aerodynamik steigt die theoretische Reichweite bei einzelnen Modellversionen leicht an.

Model S-Schnauze vor dem Facelift
7 von 7

Parallel zur Überarbeitung steigen die Preise, auch wenn es antriebseitig bei den bislang bekannten fünf Varianten bleibt: Einstiegsmodell ist das mindestens 82.700 Euro teure Model S 70 mit Heckmotor, 320 PS Höchstleistung und einer 70 kWh-Batterie, das bislang 78.000 Euro kostete.

Die Allrad-Variante 70 D mit 332 PS verfügt über einen kleineren Antrieb hinten, aber einen zusätzlichen Motor vorn und kostet mindestens 88.200 Euro.

DüsseldorfDer harte Wettbewerb um das beste Personal kann selbst einen Visionär auf die Palme bringen. Als Tesla-Chef Elon Musk im vergangenen Herbst im Handelsblatt-Interview gefragt wurde, warum viele seiner Top-Ingenieure zu Apple gewechselt seien, reagierte er mit derbem Humor: „Wissen Sie, wie wir Tesla scherzhaft nennen? Teslas Friedhof“, erklärte Musk. „Wenn Du es bei Tesla nicht schaffst, geh und arbeite bei Apple.“

Tatsächlich hat der Seitenhieb des Visionärs einen ernsten Hintergrund. Die beiden Unternehmen streiten sich seit Monaten um die größten Talente im Silicon Valley. Mit seiner prall gefüllten Kriegskasse wirbt Apple um die besten Leute bei Tesla. Apples Ambition, ein eigenes Auto zu entwickeln, gilt als offenes Geheimnis.

Nun soll ein weiterer ehemaliger Tesla-Topmanager in Cupertino die Entwicklung des iCars voranzutreiben. Wie das amerikanische Technologieblog Electrek berichtet, wechselt Chris Porritt, ehemaliger Tesla-Vizechef der Entwicklung, zu Apple. Für das „Project Titan“, wie Apple seine Autoplanungen nennt, braucht der IT-Riese dringend hochqualifiziertes Personal.

Und Porritt bringt reichlich Erfahrung mit: Zehn Jahre arbeitet der Brite in der Entwicklung von Jaguar Land Rover, dann wechselte er als Entwicklungschef zum britischen Sportwagenbauer Aston Martin. Dort entwickelte er etliche legendäre Modelle, unter anderem dem V12 Zagato oder den DB9, den Dienstwagen von James Bond.

Vor drei Jahren folgte der Wechsel zum Elektropionier: Bei Tesla schaffte es der Brite zum Vizepräsidenten der Fahrzeugentwicklung. Unter seiner Führung entstanden die Plattformen des Model S und Model X, sowie das Chassis des Model 3 mit. Bei Apple will man die jüngste Neuverpflichtung nicht bestätigen. Das Apple-Auto ist schließlich offiziell immer noch ein Geheimprojekt. Bei Tesla betont man, dass Porritt den Elektroautobauer bereits im September 2015 verlassen habe. Abgeworben habe Apple den Briten nicht.

  • bay
Startseite

Mehr zu: Kampf um Talente - Apple verpflichtet ehemaligen Tesla-Vize

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%