Kampf um Übernahme
Reckitt übertrumpft Bayer-Angebot für Schiff Nutrition

Die Übernahme von Schiff Nutrition durch Bayer schien nur noch eine Formalie zu sein. Doch jetzt mischt sich der Waschmittelhersteller Reckitt Benckiser ein – und überbietet Bayer deutlich.
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LondonDer britische Konsumgüter-Riese Reckitt Benckiser durchkreuzt die Übernahmepläne von Bayer in den USA. Reckitt kündigte in der Nacht auf Freitag ein milliardenschweres Gegenangebot für den amerikanischen Vitaminhersteller Schiff an und will Bayer damit ausstechen. Der Leverkusener Konzern hat im Oktober eine mit dem Management von Schiff abgestimmte Offerte über 1,2 Milliarden Dollar vorgelegt und war fest überzeugt, den Deal bis Ende des Jahres in trockene Tücher zu bringen.

Doch jetzt werden die Karten neu gemischt, denn die Briten bieten 200 Millionen mehr als Bayer. Sollte sich Deutschlands größter Pharmakonzern einen Bieterkampf einlassen, müsste er vermutlich tiefer in die Tasche greifen. Bayer wollte sich nicht äußern.

An der Börse kam dies zunächst nicht gut an. Die Bayer-Aktie fiel vorbörslich um 1,5 Prozent, konnte dann aber im Börsenhandel wieder leicht in die Gewinnzone vorstoßen. "Bayer hatte schon einen relativ hohen Aufschlag geboten und Reckitt legt jetzt noch einmal was drauf. Das kann ganz schön teuer werden, wenn Bayer noch ein höheres Angebot machen würde", sagte ein Händler.

Auch die DZ-Bank-Analysten halten ein Bietergefecht für denkbar und warnen vor einem überhöhten Preis für Schiff. Die Aktionäre der US-Firma können sich dagegen freuen: Da viele Investoren mit einem Bietergefecht rechnen, schnellte der Schiff-Aktienkurs im nachbörslichen Handel in den USA um fast 30 Prozent auf 44 Dollar in die Höhe.

Reckitt will 1,4 Milliarden Dollar für den Vitaminhersteller bieten, was einem Preis von 42 Dollar je Aktie entspricht. Die Offerte liegt 23,5 Prozent über dem Bayer-Angebot von 34 Dollar je Aktie. Der Vitaminhersteller sei eine ideale Ergänzung zu Reckitts neuen strategischen Schwerpunkten im Gesundheits- und Hygienegeschäft, erklärte Konzern-Chef Rakesh Kapoor.

"Als die Offerte von Bayer kam - eine bilaterale Vereinbarung und keine öffentliche Auktion - wussten wir, dass das ein Feld ist, an dem wir sehr interessiert sind", sagte Kapoor der Nachrichtenagentur Reuters. Reckitt habe die Firma dann erneut durchleuchtet und geprüft, ob sich ein Gegenangebot für unsere Aktionäre lohnen würde. "Ausgehend von unserer Buchprüfung glauben wir, dass das so ist und deshalb sind wir mit einer starken Offerte herausgekommen", sagte der Reckitt-Chef.

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