Kampf um Unterstützung
Bieter treiben Preis für VDO

Continental und TRW haben ihre Übernahmeangebote für Siemens-VDO nochmals aufgestockt. Zudem buhlen sie bei den VDO-Arbeitnehmern um Unterstützung. Denn gegen eine Jobgarantie kann man sich im Betriebsrat sogar eine Allianz mit Finanzinvestoren vorstellen. Noch hält sich Siemens alle Optionen offen.

MÜNCHEN. Im Poker um die Zukunft des Automobilzulieferers Siemens-VDO haben die Rivalen Continental aus Hannover und die amerikanische TRW Automotive am Wochenende noch einmal nachgelegt. Nach Informationen aus Finanzkreisen sind in der Nacht zum Samstag zwei Übernahmeangebote für die Siemens-Tochter eingegangen, die beide über zwölf Mrd. Euro liegen sollen. Hinter TRW steht der US-Finanzinvestor Blackstone. Alle beteiligten Unternehmen lehnten dazu jeden Kommentar ab.

Offiziell bevorzugt der Siemens-Vorstand bislang einen Teil-Börsengang seiner Tochter, doch gilt dieser angesichts des hohen Kaufpreises, den die beiden Rivalen zahlen wollen, als zunehmend unwahrscheinlich. Beide Konzerne würden mit VDO einer der drei weltgrößten Zulieferer. An der Börse, so heißt es, sei VDO allenfalls acht Mrd. Euro wert. Morgen tagt der Siemens-Vorstand, am Mittwoch folgt der Siemens-Aufsichtsrat, der Aufsichtsrat von Conti hat dann ebenfalls eine Sitzung anberaumt.

Ob die Siemens-Kontrolleure eine Entscheidung fällen, ist indes fraglich. „Bei einem so komplexen Geschäft soll man nichts übereilen“, hieß es in Siemens-Kreisen. Auch im Industrieumfeld gilt eine schnelle Entscheidung als fraglich. „Warum soll Siemens den Bieterkampf schon beenden“, fragte eine mit der Situation vertraute Person.

Es sei gut möglich, dass der Konzern am Mittwoch offiziell ein zweigleisiges Verfahren ausrufen und Verkaufsprozess und Börsengang dann parallel laufen lässt. Bislang hat Siemens das Going-Public offiziell bevorzugt.

Unabhängig vom Aufsichtsratsbeschluss müsse der neue Siemens-Chef Peter Löscher beim Thema VDO erstmals Farbe bekennen und eine Lösung finden, die Aktionäre und Arbeitnehmer zufrieden stellt, heißt es in der Industrie. Eine Schlüsselrolle in der Entscheidung hat dabei Berthold Huber inne, der zweite Vorsitzende der IG Metall und Siemens-Aufsichtsrat. Er hat mehrfach betont, die Sicherung der Standorte und Arbeitsplätze und der „ungeschmälerte Erhalt der tariflichen Arbeitsbedingungen“ habe Vorrang.

Auch deshalb ringen die Beteiligten hinter den Kulissen um Garantien. Dem Vernehmen nach gibt es zwischen Conti und der IG Metall, aber auch TRW-Vertretern und Arbeitnehmern rege Kontakte. Dabei scheint Conti eher an einer schnellen Entscheidung von Siemens gelegen, im TRW-Umfeld hingegen hofft man auf einen verlängerten Bieterkampf, bei dem man seine ganz Finanzkraft ausspielen kann.

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