Kampfjet-Auftrag in Südkorea: Airbus tritt gegen Lockheed an

Kampfjet-Auftrag in Südkorea
Airbus tritt gegen Lockheed an

Bis zu 120 eigene Kampfjets will Südkorea bauen. Das Projekt ist knapp sieben Milliarden Euro schwer. Nun hat sich Airbus zusammen mit Korean Air beworben. Es kommt zum Duell Europa gegen USA.
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SeoulDie Fluggesellschaft Korean Air bewirbt sich mit Airbus als ihrem technischen Partner um ein milliardenschweres Projekt für den Bau neuer Kampfjets für die südkoreanische Luftwaffe. Korean Air (KAL) habe zusammen mit der Rüstungssparte des europäischen Flugzeugbauers Airbus Defence and Space ein Angebot eingereicht, teilte ein Sprecher der Beschaffungsbehörde Dapa am Dienstag mit.

Das sogenannte KF-X-Programm für den Bau von bis zu 120 Jagdflugzeugen aus einheimischer Produktion hat ein Volumen von rund 8,5 Billionen Won (etwa 6,8 Milliarden Euro).

Ein Konkurrenzangebot kommt den Angaben zufolge vom Flugzeugbauer Korean Aerospace Industries (KAI), der sich mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin für das Projekt zusammengetan hat. Bedingung für die Teilnahme an der Ausschreibung war, dass koreanische Bewerber einen ausländischen Partner für die technische Unterstützung vorweisen. Vor dem Hintergrund der sicherheitsstrategischen Partnerschaft mit den USA bezieht Südkorea einen Großteil der Rüstungsgüter von amerikanischen Unternehmen.

Die größte südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air bezeichnete Airbus als den geeignetsten Partner für das Projekt. „In Zusammenarbeit mit Airbus werden wir unseren eigenen Kampfjet entwickeln, der den Eurofighter übertreffen wird“, erklärte KAL. Beide Seiten hätten eine Vereinbarung über ihre Partnerschaft unterschrieben, sagte ein Sprecher.

„Voraussichtlich bis zum April werden wir die Angebote studieren“, sagte ein Dapa-Sprecher. Nach der Auswahl eines bevorzugten Verhandlungspartners soll dann in den nächsten Monaten der Gewinner verkündet werden. Die Ausschreibung musste wiederholt werden, nachdem Anfang Februar zunächst nur ein Angebot von KAI vorgelegen hatte. Gemäß den Regularien mussten aber mindestens zwei Gebote vorliegen.

Im vergangenen Jahr hatte Südkorea bereits 40 neue Kampfjets von Lockheed Martin im Wert von 7,3 Billionen Won (etwa 5,5 Milliarden Euro) bestellt. Die Streitkräfte setzten auf die Auslieferung der neuen F-35A mit modernster „Stealth“-Tarnkappentechnik zwischen 2018 bis 2021, hieß es im September. Zuvor hatte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte den Kauf der F-15 Silent Eagle des US-Konzerns Boeing sowie des Eurofighters vom europäischen Konsortium um Airbus ausgeschlossen. Beide hatten sich ebenfalls beworben.

Südkorea will seine alternde Flotte von Kampfjets erneuern und sich besser gegen die Streitmacht Nordkoreas aufstellen. Beide Länder befinden sich völkerrechtlich seit dem Ende des Korea-Kriegs von 1950 bis 1953 noch im Kriegszustand.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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