Kampfjets
Frankreichs Jet Rafale steht vor Exporterfolg

Die französische Rüstungsindustrie hofft auf einen neuen Exportschlager: Brasiliens Präsident Lula will seine Luftwaffe mit 36 Rafale-Kampfjets des französischen Herstellers Dassault aufrüsten. Frankreich verspricht im Gegenzug, die Endfertigung des Jets nach Brasilien zu verlegen - und von dort weitere Exporte voranzutreiben.

PARIS. Der französische Kampfjet Rafale von Dassault kommt seinem ersten Erfolg im Ausland näher: Bei einem Besuch von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy kündigte Brasiliens Präsident Lula da Silva an, dass sein Land Verhandlungen zum Kauf von 36 Fliegern des Typs aufgenommen hat. Frankreich hofft nun, einen Vertrag bis Ende des Jahres unter Dach und Fach zu bekommen, der ein Volumen von 4,5 Mrd. Euro hat. Inklusive Bewaffnung geht es sogar um fünf Mrd. Euro.

Damit schlagen die Franzosen die F-18 von Boeing und die Gripen von Saab aus dem Feld. Laut Lula hat die Bereitschaft zum Technologietransfer den Ausschlag gegeben. Dassault ist bereit, die Endfertigung des Kampfjets schrittweise nach Brasilien zu verlegen, nur die ersten sechs Exemplare werden vollständig in Frankreich gefertigt. Vor allem die Details dieses Technologietransfers müssen nun noch verhandelt werden. Weitere Gegenleistung: Frankreich kauft für 500 Mio. Euro zehn Exemplare des neuen brasilianischen Militärtransporters KC-390. Für dieses Flugzeug ist Frankreich der erste Exportkunde.

Dassault und die französische Regierung hoffen nun, dass der erste Exporterfolg der Rafale Aufwind für die ausstehenden Bieterwettbewerbe gibt. Am weitesten sind die Franzosen bei den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Vertrag zum Kauf von rund 60 Rafale könnte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, heißt es in Paris. Frankreich hat in Abu Dhabi eine neue Militärbasis eröffnet.

Nun will Frankreich die Rafale auch in Griechenland, Indien und in die Schweiz verkaufen. Bei diesen Ausschreibungen trifft die Rafale auf den Eurofighter (Export-Name: Typhoon). Bislang hat der mit deutscher Beteiligung gebaute Jet im Export die Nase vorn: So hat sich im August 2006 Saudi-Arabien dazu entschieden, 72 Typhoons zu ordern und damit die Rafale verschmäht.

Exporterfolge sind für die Kampfjet-Produzenten überlebenswichtig: Nur so lassen sich die hohen Entwicklungskosten refinanzieren. Nach dem Flop mit der Gripen in Brasilien droht die Zukunft von Saab als eigenständiger Jethersteller düster zu werden.

Auch US-Riese Boeing ist unter Druck, denn den Mega-Auftrag für den Joint-Strike-Fighter in den USA sicherte sich Lockheed Martin. Nun hat Boeing in Brasilien verloren. Umso dringender braucht Boeing nun den ausstehenden US-Auftrag für fliegende Tanker für seine Militärsparte.

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