Kanadische Staatslinie braucht dringend einen solventen Investor
Chinesischer Milliardär liebäugelt mit der Übernahme von Air Canada

Die Familie des Hongkonger Milliardärs Li Ka-shing ist an Air Canada interessiert. Sein ältester Sohn Victor, der die kanadische Staatsbürgerschaft hat, will mindestens 700 Mill. kanadische Dollar (457 Mill. Euro) in die marode Fluglinie investieren und konkurriert dabei mit einem Gebot der New Yorker Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management.

Bloomberg HONGKONG. Li Ka-shing gilt als einer der reichsten Leute der Welt mit einem Vermögen von rund 7,8 Mrd. US-Dollar.

Das Gebot passt in die Strategie des Chinesen: Er kauft Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten sind, auf und verkauft sie wieder mit Gewinn, wenn andere Investoren sich später wieder für sie interessieren. So hat er bereits den Ölkonzern Husky Energy und die Online-Reiseagentur Priceline.com übernommen.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weitere Vermögenswerte zu kaufen,“ sagt Fondsmanager Winson Fong von SG Asset Management. „Vielleicht ist die Fluggesellschaft mehr wert als sie jetzt dafür zahlen, wenn sich die US-Konjunktur nächstes Jahr erholt.“

Air Canada hat durchblicken lassen, dass der Investor, der zum Zuge kommt, eine Beteiligung von 35 bis 60 % erhält. Nächste Woche werde entschieden, wer den Zuschlag bekommt. Die Airline hat eine Flotte von 336 Flugzeugen und 31 000 Mitarbeiter. Sie steht seit 1. April unter Gläubigerschutz und ist hoch verschuldet.

Das Interesse der Familie Li an Kanada reicht mindestens zwei Jahrzehnte zurück. Li Ka-shing kaufte 1987 direkt und über seine Holding Hutchison Whampoa eine Beteiligung an Husky Oil. 2000 verschmolz er Husky mit einem börsennotierten Konkurrenten. Seitdem hat der Aktienkurs von Husky 65 % zugelegt.

Im März 1996 übernahm Li-Ka-shing die Kontrolle bei der Investmentbank Gordon Capital in Toronto, nachdem dort ein interner Betrugsfall aufgetreten war. Im September 1999 verkaufte er sie an HSBC Holding Plc. Petro China Co., Chinas führender Ölproduzent, gab im letzten Jahr einen Plan auf, Husky zu erwerben.

„Es besteht absolut kein Zweifel,“ dass die Regierung Druck auf Air Canada ausüben wird, sich für Li zu entscheiden, meint Garfield Emerson, Vorsitzender der Sozietät Fasken Martineau Dumoulin. Cerberus dürfte zum Zuge kommen, wenn Li „bedeutend weniger“ bietet, erwartet er.

Sollte die Familie Li den Zuschlag erhalten, wäre das für sie der erste Ausflug in die Luftfahrtbranche. Air Canada verzeichnete für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 566 Mill. kanadischen Dollar, der neunte Verlust in elf Quartalen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%