Kanadischer Flugzeugbauer

USA belegen Bombardier mit hohem Strafzoll

Zwischen den USA und Kanada bahnt sich ein neuer Handelskonflikt an. Flugzeughersteller Bombardier soll staatliche Vorteile zu seinen Gunsten genutzt haben. Die Quittung der USA: Ein Zoll-Aufschlag von 220 Prozent.
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Eine Maschine der C-Serie des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier Quelle: AP
Kanada

Eine Maschine der C-Serie des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier

(Foto: AP)

WashingtonUS-Handelsminister Wilbur Ross will auf jeden Import eines kanadischen Bombardier-Flugzeuges der C-Serie eine Zollgebühr von 220 Prozent aufschlagen. Kanada habe den in Montreal ansässigen Hersteller unfair subventioniert, teilte Ross' Behörde zur Begründung mit. Die Vereinigten Staaten schätzten ihre Beziehungen zu Kanada zwar, aber auch die engsten Verbündeten müssten nach gültigen Regeln spielen, sagte der Minister.

Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland sagte, ihr Land missbillige den Schritt der USA. Dieser sei eindeutig erfolgt, um die Mittelstreckenflugzeuge des Anbieters auf dem US-Markt loszuwerden. Hersteller Bombardier nannte die Entscheidung „absurd“. US-Handelsgesetze seien nie mit dieser Absicht verabschiedet worden; Konkurrent Boeing versuche, den Wettbewerb zu unterdrücken.

Das sind die größten Luftfahrtkonzerne der Welt
Platz 10: Safran
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Der französische Konzern verbuchte 2016 einen Ertrag von 18,2 Milliarden Dollar (Vorjahr: 18,0 Milliarden). Safran ist nach Rolls-Royce Europas zweitgrößter Hersteller von Flugmotoren und Strahltriebwerken. In puncto Ertragswachstum lagen die europäischen Unternehmen mit 3,7 Prozent klar vor der US-Konkurrenz (2,4 Prozent) und setzten damit den Trend des Vorjahres fort.

(Quelle: Deloitte Global Aerospace & Defence Sector Financial Performance Study 2017)

Platz 9: Raytheon
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Der US-Hersteller produziert vor allem für das Militär. Der Rüstungskonzern erreichte 2016 einen Ertrag von 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,2 Milliarden ). Dank der leistungsstarken US-Rüstungsindustrie und einer hohen weltweiten Nachfrage wuchsen die Erträge im militärischen Sektor bei den US-Unternehmen insgesamt um 2,1 Prozent.

Platz 8: BAE Systems
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Der britische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern kletterte in der Rangliste vom neunten auf den achten Platz. 2016 betrug der Ertrag 24,1 Milliarden Dollar (Vorjahr: 22,8 Milliarden). In Europa legte der Ertrag im militärischen Sektor laut Studie um insgesamt 0,6 Prozent zu.

Platz 7: Northrop Grumman
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Der US-Hersteller von Rüstungstechnik für Luft- und Raumfahrt machte 2016 einen Ertrag von 24,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 23,5 Milliarden Dollar). Die Wachstumsrate der Gesamtbranche fiel von 3,8 Prozent im Jahr 2015 auf 2,4 Prozent im Jahr 2016. Sie war damit immer noch um 0,1 Prozentpunkte höher als das globale Wirtschaftswachstum.

Platz 6: GE Aviation
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Das Unternehmen gehört zur US-Konzern General Electric. Der Konzern erzielte 2016 einen Ertrag in Höhe von 26,3 Milliarden Dollar (Vorjahr: 24,7 Milliarden). GE Aviation stellt Flugzeugtriebwerke für den zivilen und den militärischen Gebrauch her. Insgesamt zeigte die Luftfahrtbranche 2016 bei einem Gesamtertrag von 674,4 Milliarden Dollar ein verlangsamtes Wachstum.

Platz 5: United Technologies
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Der US-Hersteller von Technologieprodukten hat seinen Hauptsitz in Connecticut. Neben Luft- und Raumfahrt ist der Konzern auch in den Bereichen Klimaanlagen, Aufzugsanlagen und Rolltreppen tätig. Der Ertrag im Luftfahrtbereich lag 2016 bei 28,9 Milliarden Dollar (Vorjahr: 27,8 Milliarden Dollar).

Platz 4: General Dynamics
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Der Konzern ist neben Boeing der größte Hersteller von Lenkflugkörpern in den USA. Der Konzern baut neben Raketen auch Hubschrauber sowie Panzer und fertigte 1954 mit der USS Nautilus das erste nuklearbetriebene U-Boot der Welt. Im vergangenen Jahr betrug der Ertrag 31,4 Milliarden Dollar (Vorjahr: 31,5 Milliarden).

Die Anordnung aus dem Handelsministerium ist ein Sieg für Boeing: Das US-Unternehmen hatte seinem Konkurrenten vorgeworfen, Modelle der C-Serie durch die finanzielle Unterstützung zu künstlich niedrigen Preisen anzubieten.

Im April beschuldigte Boeing Bombardier, Subventionen in Höhe von mindestens drei Milliarden Dollar von den Regierungen Kanadas, Großbritanniens und der Provinz Québec bekommen zu haben. Der Hersteller mit Sitz in Chicago rief die US-Behörden daher auf, in der Sache zu ermitteln.

Am Dienstag erklärte das Unternehmen, Bombardier habe seine Produkte zu Dumpingpreisen auf dem US-Markt angeboten und schade damit unter anderem der Luftfahrtbranche in den Vereinigten Staaten.

US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, Handelsregeln hart anzugehen. Wiederholt kritisierte er Kanada dafür, US-Produkte aus der Milchindustrie nicht auf dem eigenen Markt zuzulassen und die Holzindustrie zu subventionieren. Er hat außerdem damit gedroht, aus dem Freihandelsabkommen Nafta auszutreten, falls mit Kanada und Mexiko keine bessere Version ausgehandelt werden sollte.

  • ap
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