Kanadischer Konzern sucht Investoren
Stahlhersteller Stelco kämpft ums Überleben

Das zahlungsunfähige kanadische Stahlunternehmen Stelco Inc. mit Sitz in Hamilton/Ontario, verringerte im ersten Quartal 2004 den Verlust gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahrs, hat aber noch einen weiten Weg bis zur Existenzsicherung vor sich. Stelco steht seit Ende Januar unter Gläubigerschutz des kanadischen Insolvenzrechts.

OTTAWA. Stelco-Präsident Courtney Pratt äußerte sich am Freitag zuversichtlich, dass die Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen werde. Ende vergangener Woche hatte Stelco die Bilanz 2003 und das Ergenis des 1. Quartals 2004 vorgelegt. In 2003 verbuchte Stelco einen Netto-Verlust von 563 Mill. Kan-$ (342 Mill. Euro) gegenüber einem Gewinn von 1 Mill. Kan-$ in 2002. Der Verlust im 1. Quartal 2004 betrug sich auf 36 (44) Mill. Kan-$.

Pratt machte wiederholt deutlich, dass „Stelco ohne einschneidende Änderungen nicht überleben wird. Scheitern wir, dann heisst das: Liquidation“. Stelco, einer der größten Stahlproduzenten Kanadas, erzielte 2002 einen Umsatz von 2,8 Mrd. Kan-$. Ein Zusammenbruch bedeute nach Pratts Angaben den Verlust von direkt 7000 Jobs und indirekt von nochmals von 17500 Arbeitsplätzen. Einer der Stelco-Konkurrenten, die Algoma Steel Inc., hatte im Januar 2002 erfolgreich die Neuordnung des Unternehmens unter Gläubigerschutz abgeschlossen.

Pratt sieht im Aufstieg Chinas zum weltweit größten Stahlproduzenten und -konsumenten, dem damit verbundenem Preisanstieg bei Rohstoffen wie Kohle, Eisenerz und Koks und der Einfuhr billigen Stahls nach Nordamerika den Hintergrund der Krise. Die Details der Restrukturierung seien noch nicht ausgearbeitet, erläuterte Vize-Präsident Tim Huxley. Aber das Ziel sei klar: Senkung vor allem der Arbeitskosten. Auf sie entfielen 41 % der Produktionskosten.

Zudem müssten Investoren für Stelco gewonnen werden, um die notwendigen Investitionen in die Modernisierung der Produktionsanlagen voran zu treiben. Zudem will sich das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft rund um die integrierte Stahlproduktion in seinen zwei größten Stahlwerken in Lake Erie und Hamilton konzentrieren.

Jarrett Bilous von der Ratingagentur Dominion Bond Rating Service sieht Wettbewerbsdruck auf Stelco auch durch erfolreiche Restrukturierung von US-Stahlunternehmen. Sie haben Arbeitsplätze abgebaut und die Kosten für die Altersversorgung gesenkt. Stelco-Präsident Pratt appellierte an die Gewerkschaften, sich aktiv an der Problemlösung zu beteiligen. Die Stahlarbeitergewerkschaft hatte den Beschluss, Stelco Insolvenz zuzusprechen, angefochten. Sie sah darin den Versuch, bestehende Arbeitsverträge aufzulösen. Am 24. März hatte ein Gericht den Gläubigerschutz bestätigt.

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