Kanadischer Pharmakonzern

Valeant stockt seine Offerte für Botox-Hersteller auf

Valeant ist bislang abgeblitzt, nun bessert der Pharmakonzern nach: Für den Botox-Hersteller Allergan will er nun zehn Dollar mehr je Aktie zahlen. Doch Allergan könnte das Angebot wieder ausgeschlagen.
Update: 28.05.2014 - 17:38 Uhr Kommentieren
Die Valeant-Zentrale in Quebec: Erst 2013 hatten die Kanadier den Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb erworben. Quelle: Reuters

Die Valeant-Zentrale in Quebec: Erst 2013 hatten die Kanadier den Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb erworben.

(Foto: Reuters)

BangaloreDer kanadische Pharmakonzern Valeant will sich den Botox-Hersteller Allergan für fast 50 Milliarden Dollar einverleiben. Das am Mittwoch erhöhte Angebot liegt nun bei gut 166 Dollar je Allergan-Aktie - 8,6 Prozent mehr als bisher. Das Management der Amerikaner betonte, die Offerte zu prüfen und in Erwägung zu ziehen. Analysten zufolge ist es möglich, dass auch das neue Angebot abgelehnt wird und die Kanadier noch mal nachlegen müssen.

Insgesamt bietet Valeant 49,4 Milliarden Dollar. Es ist vorgesehen, jetzt einen größeren Teil in bar zu begleichen. Der Teil, der über Aktien finanziert werden soll, blieb unverändert. An der New Yorker Börse fielen Allergan-Anteilsscheine um mehr als zwei Prozent auf 161,40 Dollar. Einige Börsianer betonten, manche Marktteilnehmer hätten erwartet, dass Valeant noch mehr auf den Tisch lege.

Bislang war Valeant mit seinem Vorstoß abgeblitzt. Der Konzern aus Quebec hatte sich mit Allergan-Großinvestor Bill Ackman zusammengetan und war im April vorgeprescht. Allergan hielt die Offerte damals jedoch für zu niedrig und führte zur Begründung seine Wachstumsperspektiven an. Dabei setzt das Unternehmen auf den Einsatz des Nervengiftes Botox nicht nur als Faltenglätter, sondern auch gegen Kopfschmerzen.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Mit Valeant und Allergan würden sich zwei mittelgroße Gesellschaften zusammenschließen, die beide in der Haut- und Augenmedizin aktiv sind. Valeant ist seit längerem auf Einkaufstour. Erst 2013 erwarben die Kanadier den Kontaktlinsen-Hersteller Bausch & Lomb. Am Mittwoch verkaufte Valeant allerdings Vermarktungsrechte in den USA und Kanada für mehrere medizinische Hautpflegeprodukte für 1,4 Milliarden Dollar an den Schweizer Konzern Nestle.

  • rtr
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