Kanadischer Stahlproduzent peilt Ende des Gläubigerschutzes an: Deutsche Bank legt Messlatte für Stelco

Kanadischer Stahlproduzent peilt Ende des Gläubigerschutzes an
Deutsche Bank legt Messlatte für Stelco

Der kanadische Stahlerzeuger Stelco Inc. hofft, Ende April aus dem Gläubigerschutz nach kanadischem Insolvenzrecht entlassen zu werden. In der Nacht zum Dienstag endete die Frist, in der bindende Angebote für eine Beteiligung an Stelco abgegeben werden konnten. Ein Angebot der Deutschen Bank, das sich auf 900 Mill. Can-Dollar beläuft, war bereits im Herbst von einem Gericht in Toronto als Mindestofferte akzeptiert worden, die überboten werden muss. Das Gericht hatte Stelco Ende Januar 2004 auf dessen Antrag für insolvent erklärt.

OTTAWA. Das in Hamilton am Ontariosee ansässige Unternehmen teilte am Dienstag nach Ablauf der Frist nur mit, dass es im Verfahren zur Kapitalbeschaffung „mehrere Angebote“ erhalten habe, wollte die Bieter aber nicht nennen. Das Unternehmen sei „zufrieden mit der Zahl der Angebote“, sagte Hap Stephen, für die Restrukturierung zuständiges Mitglied der Stelco-Führung. Am 18. Februar wird sich das Direktorium mit den Angeboten befassen, teilte Stelco-Präsident Courtney Pratt mit. Die Deutsche Bank AG und Deutsche Bank Securities Inc. haben 900 Mill. Can-$ (560 Mill. Euro) in Form eines Kredites und der Garantie, StelcoWertpapier zu erwerben, angeboten.

Stelco hatte Anfang Januar erklärt, dass neben der Deutschen Bank sechs Investoren Interesse bekundet hatten, und dies als Zeichen bewertet für „die positive Art, in der Stelco und seine Aussichten, gesehen werden“. Mit einer Produktionskapazität von 5,9 Mill. Tonnen ist Stelco Kanadas größter Stahlerzeuger.

Angebot von Stahlproduzent OAO Severstal

Einer der Interessenten ist der russische Stahlproduzent OAO Severstal. Dessen Angebot wird von der kanadischen Gewerkschaft der Stahlarbeiter unterstützt. Ferner haben der größte US-amerikanische Stahlerzeuger, die United States Steel Corp., sowie das kanadische Bergbauunternehmen Sherritt International Corp., das zusammen mit dem Pensionsfonds Ontario Teachers Pension Plan in einem Joint- Venture bei Stelco einsteigen will, Interesse bekundet. Auch der Investmentzweig der Toronto Dominion Bank, TD Securities, sowie ein namentlich nicht bekanntes US-Unternehmen und die niederländische Mittal werden als potenzielle Bieter genannt.

Möglicherweise hat sich Mittal aus dem Rennen zurückgezogen. Definitiv ausgestiegen ist Stelcos Konkurrent, die Algoma Steel Inc., Kanadas drittgrößter Stahlproduzent.

Dahinter steht vor allem die ungelöste Frage, wie Stelcos defizitärer Pensionsfonds gesichert werden kann. Auf Grund eines Gesetzes der Provinz Ontario musste Stelco in den vergangenen Jahren nur einen Teil der Einzahlungen leisten. Mitte vergangener Woche hatte der Berater der Provinzregierung für die Stahlindustrie dem Unternehmen mitgeteilt, dass Stelco nach dem Insolvenzverfahren für die vergangenen Jahre nachzahlen muss. Stelco gab den Betrag mit 1,3 Mrd. Can-Dollar an, zudem würden die jährlichen Zahlungen von 64 auf 353 Mill. Dollar steigen.

Eine Sprecherin von Stelco verwies darauf, dass die Provinzregierung bereit sei, über einen „fairen und vernünftigen Plan“ zur Finanzierung des Pensionsfonds zu verhandeln. Der Sprecher der Deutschen Bank in New York konnte sich am Dienstag nicht dazu äußern, wie sein Haus das Schreiben des Regierungsberaters und dessen Einfluss auf Stelco bewertet.

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