Kandidaten für Board of Directors
BASF bemüht sich weiter um Engelhard

BASF hat zwei Kandidaten für den Board of Directors von Engelhard nominiert. Damit ist der weltgrößte Chemiekonzern seinem Übernahmeangebot für das US-Unternehmen doch noch zum Erfolg verhelfen.

HB FRANKFURT. Die Kandidaten seien Julian A. Brodsky, Gründer und Board-Mitglied beim US-Kabelnetzbetreiber Comcast, sowie John C. Linehan, Board-Mitglied beim Ölkonzern Pacific Energy Partners, teilte BASF am Freitag mit. „Julian A. Brodsky und John C. Linehan sind hochqualifizierte Persönlichkeiten, die ihrer Verpflichtung nachkommen werden, einen maximalen Wertzuwachs für die Anteilseigner von Engelhard zu erzielen“, erklärte BASF-Chef Jürgen Hambrecht.

BASF versucht damit, Befürworter des Übernahmeplans in das Board des US-Unternehmens wählen zu lassen. Auf diesem Wege sollen die Aktionäre von Engelhard auf der Hauptversammlung am 4. Mai von dem Übernahmeangebot überzeugt werden. Aktionärin bei Engelhard ist BASF schon - wenn auch in geringem Umfang: Der Konzern hatte kürzlich 100 Engelhard-Aktien am Markt erworben.

BASF will Engelhard für 4,9 Mrd. Dollar übernehmen, der US-Konzern hat das Angebot jedoch als nicht angemessen abgelehnt. Konzernchef Barry Perry hatte der Nachrichtenagentur Reuters aber gesagt, eine höhere BASF-Offerte würde Engelhard in Betracht ziehen. Die Ludwigshafener bekräftigten am Freitag erneut ihr Angebot, das noch bis zum 6. Februar läuft. „Unser Barangebot über 37 Dollar je Aktie bietet den Aktionären von Engelhard die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit einen signifikanten Wertzuwachs zu erzielen, den das Unternehmen alleine oder in Verbindung mit anderen Transaktionen nicht erzielen könnte“, sagte Hambrecht.

Um sich die Anteilsmehrheit zu sichern, muss BASF mehr als 65 Mill. Aktien der Spezialchemie-Firma kaufen. Im Umlauf sind rund 120 Mill. Engelhard-Aktien, dazu kommen elf Mill. aus laufenden Optionsprogrammen. Bei dem Katalysatorspezialisten gibt es seit 1998 Mechanismen zur Abwehr von Übernahmen, so genannte Giftpillen“ (poison pills). Sie sehen die Ausgabe einer großen Menge zusätzlicher Aktien an die Aktionäre, wenn ein Unternehmen im Zuge eines Übernahmeversuchs mehr als 15 Prozent der Anteile an Engelhard kauft. Damit könnte das Management eine Übernahme so stark verteuern, dass sie sich für den Bieter nicht mehr lohnt.

Engelhard hingegen ist dagegen überzeugt, mit dem eingeschlagen Kurs einen höheren Wert für die eigenen Aktionäre schaffen zu können, als dies bei einer Übernahme durch BASF der Fall wäre. Mit dieser Aussage reagierte der US-Konzern am Freitag auf die Nominierung. Engelhard verwies zudem erneut auf die am 23. Januar getroffene Einschätzung des Board, dass das BASF-Gebot unzureichend sei.

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