Kapazitätsgrenze in Produktion
Chinesen kaufen Volkswagen leer

Vor zwei Jahren stand Volkswagen in China mit dem Rücken zur Wand. Während die Konkurrenz laufend mehr Autos verkaufte, brach der eigene Absatz ein. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Im April konnte VW 83 000 Wagen absetzen, ein Viertel mehr als noch vor einem Jahr. Der Käuferansturm stellt das Unternehmen jedoch vor ein neues Problem.

PEKING. VW-China-Chef Winfried Vahland nannte die jüngsten Absatzzahlen in Peking ein „hervorragendes Ergebnis“ und bestätigte erstmals, das die Volkswagen-Gruppe dieses Jahr mit den Marken VW, Skoda, und Audi mehr als 800 000 Autos verkaufen werde.

Gegenüber dem April 2006 habe der Monatsverkauf um 23 Prozent zugelegt, sagte Vahland. Die Volkswagen-Gruppe wachse damit in der Volksrepublik weiter so dynamisch wie bereits im vergangenen Jahr, als der Absatz um fast ein Viertel auf gut 711 000 Autos gestiegen war.

Der größte Konkurrent General Motors will ab 2008 jährlich 1 Million Fahrzeuge in China verkaufen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Volkswagen, jahrzehntelanger klarer Marktführer auf dem inzwischen zweitgrößten Automarkt der Welt, ist programmiert. Nach früheren VW-Angaben könnten die Wolfsburger in einem Jahr ebenfalls die Millionengrenze erreichen.

Damit stößt Volkswagen in China langsam an seine Kapazitätsgrenze in der lokalen Produktion. VW, Audi und Skoda können bislang 900 000 Fahrzeuge in den Fabriken von Schanghai und Changchun produzieren. Die Tschechen starten ihre eigenen Montagelinie im Sommer.

Zu Neuinvestitionen machte der VW-China-Chef jedoch keine Angaben. Ein neuer Fünf-Jahresplan soll im Sommer erstellt werden. Vahland sagte lediglich, dass Volkswagen in China bis 2010 rund 500 Mill. Dollar in neue Motorentechnik investieren werde. Ein neues Motorenwerk ist erst vor kurzem im ostchinesischen Dalian eröffnet worden.

Nach Vahlands Worten hat Volkswagen im April seinen Marktanteil in China weiter leicht auf rund 17,5 Prozent ausgebaut. Noch vor einigen Jahren bestimmte Volkswagen mit gut einem Drittel aller Verkäufe den chinesischen Automarkt. Der Marktanteil war aber zuletzt auf bis zu 16,5 Prozent abgesackt.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte am Rande seines China-Besuchs, Volkswagen sei nach „offenkundigen Fehlern“ mit dem neuen Chef Vahland nun wieder auf dem richtigen Weg. Der frühere Skoda-Lenker war vor gut zwei Jahren als Sanierer nach Peking geschickt worden, nachdem der Marktanteil stark eingebrochen war. „70 Prozent der Fehler sind abgehakt und das restliche Drittel werden wir auch noch schaffen“, sagte Wulff, der auch VW-Aufsichtsrat ist.

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