Kapitalerhöhung
Conti überrascht mit „Hau-Ruck-Aktion“

Bereits einen Tag vor der ursprünglich für Mittwoch geplanten Veröffentlichung gab Continental seine Quartalszahlen bekannt. Parallel kündigte der Automobilzulieferer eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent an. Der Erlös der 14,65 Mill. neuen Stammaktien liegt bei etwa 1,5 Mrd. Euro. Damit will das Unternehmen den Kauf von Siemens VDO mitfinanzieren und so die Kreditaufnahme reduzieren. Conti wird durch die Übernahme einer der größten Zulieferer weltweit.

DÜSSELDORF. „Wir wollten das positive Marktmomentum nutzen“, führte Continentals Finanzvorstand Alan Hippe gegenüber dem Handelsblatt als Grund für den Zeitpunkt an. „Nach den schwierigen letzten Wochen stabilisieren sich die Märkte, sowohl in den USA als auch in Europa. Diese Situation mussten wir abpassen.“ Knapp die Hälfte der überwiegend institutionellen Investoren kommt aus den USA, rund ein Drittel stammt aus Großbritannien.

Hippe konnte die gesamte Tranche binnen weniger Stunden unterbringen. Die frischen Aktien waren offenbar so begehrt, dass die Banken den Preis gestern maximal drei Prozent unter dem Vortageskurs zuteilen konnten, hieß es.

Die Continental-Aktie sank zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent auf unter 102 Euro, legte dann aber wieder etwa zu. Damit erfüllte sich die Hoffnung von Hippe auf einen geringen Abschlag. Analysten führten die Einbußen auf die „Hau-Ruck-Aktion“ einer erheblichen Kapitalerhöhung zurück, die vorerst den Aktienwert verwässere. Hippe will darin kein Alarmsignal sehen. „Es ist charakteristisch für die Continental-Aktie, ein Spätzünder zu sein. Oft dauert es ein bis zwei Wochen, bis der Kurs marschiert.“

In der vergangenen Woche war die Aktie deutlich gestiegen. Analysten machten dafür bereits Spekulationen um eine bevorstehende Kapitalerhöhung verantwortlich. Hippe wies im Gespräch mit dem Handelsblatt den Verdacht vorgezogener Käufe der Konsortialbanken zurück. „Wir haben einen blitzsauberen, brutalen Tender-Prozess durchgeführt. Bis Mitternacht wussten die Banken nicht, dass sie für uns tätig werden würden.“ Zu den beteiligten Instituten gehören Citigroup Global Markets, Dresdner Kleinwort und Goldman Sachs.

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