Kapitalerhöhung für Zukäufe
MVV will Rendite kräftig steigern

Der Mannheimer Versorger MVV Energie hat mit der Genehmigung einer Kapitalerhöhung den Weg für den Kauf weiterer Stadtwerke freigemacht. Die seit mehreren Jahren sinkende Rendite soll durch eine Konzentration auf die profitable Energieversorgung binnen drei Jahren wieder kräftig gesteigert werden.

HB STUTTGART. Die MVV-Hauptversammlung billigte am Freitag in Mannheim die mögliche Erhöhung des Grundkapitals um 30 Prozent oder nominal 39 Millionen Euro bis zum Jahr 2009. Sie könnte nach Angaben von Vorstandschef Rudolf Schulten rund 250 Millionen Euro in die Kassen bringen und für größere Zukäufe und zur Erhöhung des bei nur zwölf Prozent liegenden Streubesitzes genutzt werden. Schulten bekräftigte, dass MVV nach dem Kauf der Stadtwerke Kiel an dem Erwerb weiterer Regionalversorger interessiert ist.

Das Unternehmen sondiere derzeit mehrere Optionen. „Immer mehr Stadtwerke werden sich dazu entschließen, in der einen oder der anderen Form strategische Kooperationen einzugehen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern“, sagte Schulten vor den Aktionären. Zuletzt hatte MVV Gespräche mit dem Frankfurter Versorger Mainova über eine Kooperation aufgenommen. Zu den Verhandlungen äußerte sich der MVV-Chef nicht. „Wir suchen starke Partner in wirtschaftlichen attraktiven Regionen“, sagte er nur. Mehrheitsaktionär bei MVV Energie ist die Stadt Mannheim (72,8 Prozent), der viertgrößte deutsche Energieversorger EnBW hält 15 Prozent.

Internet aus der Steckdose musste abgeschrieben werden

Nach dem Abschluss des Konzernumbaus will Schulten MVV bis 2008 wieder auf Rendite trimmen. „Wir streben in den nächsten drei Jahren an, mit unserem operativen Ergebnis wieder die an uns selbst gestellten wertorientierten Verzinsungsansprüche zu erreichen“, versprach Schulten in Mannheim den Aktionären. Ziel sei mindestens ein Renditeanstieg auf 8,4 Prozent von zuletzt 5,2 Prozent. Nach der Trennung von unrentablen Geschäftsfeldern und Auslandsaktivitäten stünden nun die Energieversorgung und Wachstumsmärkte wie Biomasse-Verbrennung im Blickpunkt. MVV hatte in den vergangenen Jahren durch Fehlinvestitionen einen Renditeschwund verzeichnet. Hatte die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital im Geschäftsjahr 1998/99 bei 12,8 Prozent gelegen, wies MMV 2003/04 nur noch 5,2 Prozent aus. Nach dem Verkauf zahlreicher Verlustbringer sollen vor allem Einsparungen in der Verwaltung in Mannheim die Kosten um einen zweistelligen Millionenbetrag drücken. Damit soll die Rendite bereits im laufenden Geschäftsjahr auf 6,7 Prozent steigen.

Abschreibungen auf Windkraft-Projektgeschäfte im Ausland und „Internet aus der Steckdose“ hatten MVV 2003/04 (30. September) sogar in die roten Zahlen geführt. Die zum Vorjahr unveränderte Dividende von 0,75 Euro je Aktie finanziert die MVV aus dem Gewinnvortrag. Schulten sagte, die Dividende solle 2004/05 wieder aus dem operativen Ergebnis erwirtschaftet werden. Die im Kleinwertesegment SDax notierten MVV-Aktien verloren am Freitag 1,7 Prozent auf 17,50 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%