Kapitalerhöhung ist geglückt
Leica ist vorerst gerettet

Der Kamera- und Ferngläser-Hersteller Leica hat sich eigenen Angaben zufolge über die Ausgabe neuer Aktien 23 Millionen Euro frisches Kapital besorgt. Das Traditionsunternehmen ist dringend auf das Geld angewiesen.

HB FRANKFURT. Die Kapitalerhöhung um 13,5 Millionen Aktien sei vollständig von den Aktionären gezeichnet worden. Die Anteilseigner hätten den Bezugspreis nach Auskunft der zuständigen Bank HSBC Trinkaus fristgerecht gezahlt, teilte das Traditionsunternehmen aus dem hessischen Solms am Donnerstag mit.

Leica hatte nach einem Kapitalschnitt die neuen Aktien für je 1,70 Euro angeboten; die Zeichnungsfrist lief am Mittwoch aus. Zwischenzeitlich war der Schritt durch Anfechtungsklagen von Aktionären gefährdet, die Leica jedoch durch einen Vergleich beilegen konnte. Von der Lösung des Problems hatten die beiden Großaktionäre - die französische Hermes International und die österreichische ACM - ihre Teilnahme an der Kapitalspritze abhängig gemacht.

Die Gelder sollen zur Entwicklung neuer Produkte verwendet werden, mit denen das Unternehmen ins digitale Zeitalter vorstoßen will. Leica hatte den Trend zur digitalen Fotografie unterschätzt und leidet immer noch darunter. Leica-Kameras, mit denen einst die moderne Fotoreportage begann, sind heute teure Nischenprodukte für Liebhaber.

Mit einem Gewinn rechnet Leica erst wieder im Geschäftsjahr 2006/2007 (zum 31. März). Ein Verlust von 20 Millionen Euro hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr das Grundkapital zu mehr als der Hälfte aufgezehrt. Der Umsatz brach um gut ein Fünftel auf 93,7 Millionen Euro ein. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 1050 Mitarbeiter, davon 415 in Solms.

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