Kapitalerhöhung
Neuer Zwist zwischen Conti und Schaeffler

Neue Runde im Zwischt zwischen Continental und Großaktionär Schaeffler: Der Autozulieferer braucht frisches Geld und will sich dieses am Kapitalmarkt besorgen. Doch Schaeffler stellt sich quer, weil das Unternehmen eine Verwässerung seines Anteils an Conti fürchtet. Und sich an der Kapitalerhöhung zu beteiligen, ist für die Franken keine Alternative.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Das Familienunternehmen Schaeffler sucht intensiv nach Wegen, die Verwässerung seiner mit mehr als zehn Mrd. Euro erworbenen Anteile an Continental zu vermeiden - bislang jedoch ohne Erfolg. Schaeffler droht an Einfluss bei dem niedersächsischen Zulieferer zu verlieren, weil Conti eine Kapitalerhöhung über 1,5 Mrd. Euro anstrebt. Das Unternehmen ist an der Börse derzeit gut sieben Mrd. Euro wert. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen prüft Schaeffler Alternativen, um die Finanzspritze, zumindest in vollem Umfang, abzuwenden. Conti-Chef Elmar Degenhart präsentiert den Kontrolleuren am Montag den Zwischenstand der Finanzierungspläne.

Geht es nach den Vorstellungen Schaefflers, nimmt Conti statt rund 1,5 Mrd. Euro weniger als eine Mrd. Euro am Kapitalmarkt auf. Die Differenz möchten die Franken nicht durch Eigenkapital, sondern durch Hybrid- und Fremdkapital decken. Der Vorteil für den hoch verschuldeten Großaktionär: Sein Anteil an Conti würde nicht sinken.

Schaeffler hatte den Altaktionären das Papier einst für 75 Euro pro Aktie abgekauft, derzeit liegt der Kurs bei 42 Euro. Bei einer Kapitalerhöhung könnte der Großaktionär aufgrund eigener finanzieller Probleme nicht mitgehen. Schaeffler wollte sich nicht zu dem Thema äußern.

Das Schweizer Bankhaus Credit Suisse hat den Auftrag von Conti, Finanzierungsoptionen zu prüfen. Finanzkreisen zufolge stehen die Banker Schaefflers Vorhaben jedoch skeptisch gegenüber und sehen bislang keinen Ersatz für die geplante Kapitalerhöhung. Allerdings könne die Finanzspritze, so die Banker, durchaus bis 2010 warten. Conti-Manager hatten immer betont, das Geld müsse noch dieses Jahr in die Kasse kommen. Credit Suisse wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

Conti braucht Geld, um alte Kredite aus der elf Mrd. Euro schweren Übernahme des Autozulieferers VDO abzulösen. Ende Juli kam ein Gutachten von Deutscher Bank, Citigroup und Goldman Sachs zum Schluss, dass eine Kapitalerhöhung hierfür der beste Weg sei.

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