Kapitalerhöhung rückt näher
EADS braucht frisches Geld

Nach der Verabschiedung des Sanierungsprogramms „Power-8“ prüft der Airbus-Mutterkonzern EADS eine Kapitalerhöhung. Im Gespräch sind Unternehmenskreisen zufolge eine Erhöhung des Aktienkapitals unter Ausschluss der Altgesellschafter oder eine Anleihe.

MÜNCHEN. Der Konzern wird noch dieses Jahr zwei bis drei Mrd. Euro einsammeln, um die Finanzierung des geplanten Airbus A 350 sicherzustellen. Eine Entscheidung wird auf der Hauptversammlung am 4. Mai fallen. Ein Unternehmenssprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Airbus-Chef Louis Gallois sagte in der „Süddeutschen Zeitung“, EADS brauche eine Einigung zwischen Deutschen und Franzosen über eine mögliche Beteiligung des französischen Staats. Ansonsten könne niemand einem Anteilseigner verbieten aufzustocken. Gallois schloss zudem nicht mehr aus, dass Partner das Werk Nordenham auch ganz übernehmen könnten. Bislang war die Rede davon, dass Risikopartner mit Kapital einsteigen sollten.

Die Finanzierung des A350 hatte schon im November zu einem Streit unter den Mitgliedern des EADS-Aktionärspaktes geführt. Während der französische Staat eine Kapitalerhöhung der Altgesellschafter forderte, lehnten die industriellen Aktionäre Daimler-Chrysler und Lagardère dies kategorisch ab.

Seitdem lotet EADS-Finanzchef Hans-Peter-Ring Alternativen aus. Im Gespräch ist eine Kapitalerhöhung ohne die Altgesellschafter oder eine Mischform, die auch die Ausgabe einer Anleihe vorsieht. Investoren aus Katar und Dubai haben bereits Interesse bekundet.

Wie kritisch es um die EADS-Finanzen wirklich steht, wird sich an diesem Freitag zeigen. War für dieses Jahr noch ein Vorsteuergewinn von über drei Mrd. Euro geplant, so wird das Unternehmen nach Schätzungen der Hypo-Vereinsbank dann unter dem Strich einen Verlust ausweisen.

EADS braucht aber viel Geld. Alleine für den A350 sind rund zehn Mrd. Euro veranschlagt. Doch durch die Verspätung des Airbus A380 fehlen schon fünf Mrd. Euro und mittlerweile hat auch noch der letzte verbliebene Käufer der Frachtversion, UPS, seinen Auftrag zurückgezogen.

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