Kapitalerhöhung soll Überleben sichern
Alstom sammelt dringend benötigtes Geld ein

Am Dienstag hat der angeschlagene französische Industriekonzern Alstom mit der Kapitalerhöhung im Volumen von 2,2 Milliarden Euro begonnen. Die Finanzspritze soll das Überleben des Unternehmens und 70 000 Arbeitsplätze sichern.

HB PARIS. Es ist bereits die dritte Kapitalerhöhung innerhalb von drei Jahren, durch die auch mit staatlicher Hilfe die Eigenkapitalbasis gestärkt werden soll. Wie Alstom weiter mitteilte, sollen über eine Bezugsrechtsemission 1,565 Mrd. € an neuem Kapital aufgebracht werden. Zudem ist ein Tausch von Schulden im Wert von höchstens 635 Mill. € geplant.

Im Rahmen der Kapitalerhöhung können Aktionäre 14 neue Aktien zum Preis von 0,40 € je Stück erwerben, wenn sie bislang fünf alte Titel hielten. Die Zeichnungsfrist läuft vom 20. bis einschließlich 30. Juli. Bei der Schuldenumwandlung ist ein Ausgabepreis von 0,50 € geplant. Auf die anstehende Flut neuer Alstom-Aktien reagierte der Kurs mit deutlichen Verlusten. Am Nachmittag notierte sie mit 0,75 € um knapp elf Prozent schwächer, nachdem die Aktie zuvor vom Handel ausgesetzt worden war. Die Titel haben in den vergangenen beiden Jahren wegen der Finanzkrise des Konzerns knapp 90 % ihres Wertes verloren. In London sagte ein Analyst, ohne die Kapitalerhöhung würde das Unternehmen Pleite gehen.

Im Zuge des Kapitalschritts steigt die Beteiligung des französischen Staates an dem Unternehmen auf 31,5 % von zurzeit etwa 18 %. Die Alstom-Aktionäre hatten das Rettungspaket am Freitag gebilligt. Die Europäische Kommission hatte bereits zuvor ihre Zustimmung erteilt, diese aber an einige Auflagen geknüpft. So muss das Unternehmen, das unter anderem Gasturbinen und den Hochgeschwindigkeitszug TGV herstellt, im Gegenzug binnen vier Jahren zumindest eine strategische Partnerschaft im Verkehrs- und Energiebereich eingehen. Zudem muss der Staat seine Beteiligung innerhalb von vier Jahren wieder veräußern.

Ein Einstieg des deutschen Siemens-Konzerns bei Alstom wird seit Wochen diskutiert und soll auch bei einem nach der Sommerpause geplanten Gespräch der deutschen und französischen Regierungen beraten werden. Die Bundesregierung hatte indirekt Irritation darüber erkennen lassen, dass Frankreich Alstom gegen eine Beteiligung von außen abschotte.

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