Kapitalerhöhung um 640 Millionen Euro
Adidas besorgt sich Geld für Reebok-Kauf

Adidas-Salomon will die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Reebok zum Teil auch über eine Kapitalerhöhung finanzieren. Im Streit um seine drei Streifen hat der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller unterdessen dem Internationalen Olympischen Committee (IOC) nachgegeben.

HB MÜNCHEN. Adidas werde rund 4,5 Millionen Aktien ausgeben und wolle damit rund 640 Mill. € erlösen, teilte das Herzogenauracher Unternehmen am Donnerstagabend mit. Die Aktien sollen im Zuge eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens an institutionelle Investoren ausgegeben werden. Der Umfang entspreche knapp zehn Prozent des ausstehenden Grundkapitals. Preisfindung und die Zuteilung der neuen Aktien sei bereits für Freitag vorgesehen.

Adidas-Chef Herbert Hainer hatte in einem vorab veröffentlichten Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ bereits angekündigt, dass der größte Teil der 3,1 Mrd. € teuren Reebok-Übernahme über Schulden finanziert werden solle, aber auch eine Kapitalerhöhung geplant sei. An der Börse hatte es bereits den Tag über Spekulationen über eine Kapitalerhöhung gegeben, mit dem Vorgang vertraute Kreise hatten berichtet, dass Adidas die Transaktion noch am Donnerstag bekannt geben werde. In Reaktion darauf gab die Adidas-Aktie einen Teil ihrer Kursgewinne von bis zu 3,8 % wieder ab. Das Papier ging mit einem Plus von 1,7 % auf 144,47 € aus dem Handel.

Der Herzogenauracher Konzern hatte am Morgen mit starken Quartalszahlen und einer erhöhten Prognose für 2005 die Markterwartungen übertroffen. Das anziehende Geschäft in den USA, dem weltgrößten Markt für Sportartikel, hatte bei Adidas die Zuversicht für das laufende Jahr geschürt. Um das Geschäft in den USA weiter auszubauen und den Abstand zu Branchenprimus Nike zu verringern will Adidas Reebok übernehmen. Trotz zuletzt schwächerer Reebok-Umsätze ist Adidas zuversichtlich, dass die Übernahme des US-Konkurrenten ein Erfolg wird. „Sicher gibt es Unsicherheiten, die Reebok bewältigen muss“, sagte Hainer am Morgen in einer Telefonkonferenz für Journalisten. „Aber diese waren bekannt, als wir im August unser Angebot gemacht haben. Wir glauben weiterhin an die Synergien dieser Übernahme.“ Zur Konzentration auf sein Kerngeschäft mit Sportschuhen hat Adidas das Wintersportgeschäft Salomon an die finnische Amer Sports zuvor für 485 Mill. € verkauft.

Zugeständnis im Streit um die drei Streifen

Im Streit um ihre drei Streifen haben die Herzogenauracher unterdessen nachgegeben. „Wir haben die Entscheidung des IOC akzeptiert. Bei den Winterspielen in Turin 2006 werden die drei Streifen an Ärmeln und Hosen nicht zu sehen sein“, sagte Hainer in der „Süddeutschen Zeitung“ weiter. Das IOC hatte entschieden, dass die Markenlogos der Sportartikelhersteller 20 Quadratzentimeter nicht überschreiten dürften.

Adidas platziert bei seiner Sportbekleidung die drei Streifen aber oft über die komplette Länge an Beinen und Ärmeln. „Man wird trotzdem deutlich sehen, dass die Kollektion von uns kommt“, sagte Hainer. „Wir werden im Design mit der Zahl Drei kreativ spielen.“ Mehr wolle er nicht verraten. Um die Wahrnehmung ihrer Marken zu steigern statten die Sportartikelhersteller bei großen Sportereignissen Teams und bekannte Sportler oft für Millionenbeträge aus.

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