Kapitalschritt soll Liquiditätskrise abwenden
MWG Biotech sieht tiefrote Zahlen

Das Biotechnologieunternehmen MWG Biotech steckt weiter in finanziellen Schwierigkeiten. Mit einer Herabsetzung des Grundkapitals soll nun die Bar-Rückzahlung einer Wandelanleihe vermieden werden.

HB EBERSBERG. Im ersten Halbjahr stieg der Verlust nach Steuern auf 6,7 Mill. € nach 6,6 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz brach auch wegen der Trennung von zwei Geschäftsbereichen von 17,6 auf 11,4 Mill. € ein. Dennoch macht das Unternehmen nach eigener Einschätzung Fortschritte. „Im operativen Ergebnis liegen wir im Rahmen des Sanierungsplans“, sagte Vorstandschef Wolfgang Pieken am Freitag in München.

Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde im ersten Halbjahr von 3,3 auf 0,7 Mill. € reduziert. Für das zweite Halbjahr wollte Pieken keine genaue Prognose abgeben. „Wir wollen uns noch weiter verbessern“, sagte er. Die Finanzmittel der Firma reduzierten sich im ersten Halbjahr von 9,2 Mill. € auf 6,6 Mill. €. „Der Rückgang ist überwiegend auf die Finanzierung der Restrukturierung zurückzuführen“, hieß es.

In der AG stand im ersten Halbjahr unter dem Strich ein Fehlbetrag von 17,4 Mill. €. Dieser setzt sich nach Angaben des Unternehmens vor allem aus Sonderabschreibungen auf Gebäude, Wertberichtigungen und Rückstellungen zusammen. Bereits Ende Juni hatte die Firma mitgeteilt, dass die Hälfte des Grundkapitals von 34,45 Mill. € aufgebraucht sei.

Mit einer Herabsetzung des Grundkapitals will MWG eine Bar-Rückzahlung seiner Wandelanleihe vermeiden. Wenn die Wandelanleihe 2007 in bar statt in Aktien zurückgezahlt werden müsste, wäre dies ein bestandsgefährdendes Liquiditätsrisiko, sagte MWG-Alleinvorstand Wolfgang Pieken am Freitag. Auf der Hauptversammlung am 9. September sollen die Anteilseigner nun einer Herabsetzung des Grundkapitals auf 3,4 Millionen Euro von 34,4 Millionen Euro zustimmen. Mit der Maßnahme verbindet MWG die Hoffnung, dass der Aktienkurs wieder über den Mindestausgabepreis von einem Euro steigt und Investoren dann bereit wären, neue Aktien zu zeichnen.

MWG Biotech hatte im Juni mitgeteilt, auf Grund von Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Tochtergesellschaften in den USA und Indien sei mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt. Dem Unternehmen drohe die Insolvenz, wenn im zweiten Halbjahr 2005 kein positiver Cash-Flow generiert werde, hatte es zudem im Geschäftsbericht geheißen.

MWG schreibt seit langem rote Zahlen und hatte im Herbst 2004 ein Sanierungsprogramm eingeleitet, dessen Kosten die Firma aber zunächst belasten. Mit der Konzentration auf ihr Kerngeschäft - die Produktion von synthetischen Nukleinsäuren und die Ermittlung von Genen im Erbgut - und dem Abbau von 165 Stellen will MWG nach früheren Angaben bis Jahresende die Wende schaffen.

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