Kapitalspritze für Umbau
Lanxess will schlanker und rentabler werden

Lanxess beschafft sich frisches Kapital. Damit sollen die anstehende Restrukturierungsmaßnahmen des neuen Chefs Matthias Zacher finanziert und die Finanzposition des Chemieriesen gestärkt werden.
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FrankfurtDer neue Lanxess -Chef Matthias Zachert trimmt den Chemiekonzern auf Rendite. Zachert prüft die Stilllegung unrentabler Anlagen und erwägt Partnerschaften zur Stärkung des wichtigen Kautschukgeschäfts. „Wir müssen wieder deutlich wettbewerbsfähiger und profitabler werden“, forderte der erst seit wenigen Wochen amtierende Lanxess-Chef am Mittwoch. „Vor uns liegt ein langer und schwieriger Weg“, sagte Zachert am Abend in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Da für den Umbau zu wenig Geld in der Kasse ist, bittet Zachert Investoren um mehr als 400 Millionen Euro frisches Kapital. Dazu will das Kölner Unternehmen über Nacht 8,32 Millionen Aktien bei Anlegern platzieren. Mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung solle die anstehende Sanierung finanziert und das Rating verbessert oder zumindest erhalten werden. Nach dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch ist das Paket 445 Millionen Euro wert. Nachbörslich brach der Kurs allerdings um drei Prozent ein.

Die Profitabilität aller Standorte werde analysiert, dabei könnten auch Anlagen zeitweise oder dauerhaft geschlossen werden, kündigte Zachert an. Weitere Details zur Neuausrichtung sollen voraussichtlich im zweiten Halbjahr veröffentlicht werden. Der Lanxess-Chef räumte ein, dass es zwei bis drei Jahre dauern werde, bis die Trendwende geschafft sei.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk für die Auto- und Reifenindustrie. Der Preisverfall auf den Kautschukmärkten und die Absatzkrise der Autobranche in vielen Ländern Europas setzten dem Dax-Konzern zuletzt schwer zu. Zacherts Vorgänger, dem langjährigen Vorstandschef Axel Heitmann, war es nicht gelungen, die starke Abhängigkeit des Konzerns vom Geschäft mit der Auto- und Reifenbranche zu reduzieren. Nun erwägt Zachert Produktions- und Marketingallianzen im Kautschukgeschäfte. Zukäufe oder Fusionen ständen derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Im ersten Quartal steigerte der Konzern den um Sondereinflüssen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um fast 18 Prozent auf 205 Millionen Euro. Analysten hatten mit 201 Millionen Euro einen Tick weniger erwartet. Der Umsatz fiel dagegen um 2,5 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Zwar konnte der Konzern seinen Absatz in allen Bereichen steigern. Lanxess machten aber niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte zu schaffen.

Für das zweite Quartal prognostizierte der Vorstand ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Im Gesamtjahr soll sich das Ebitda auf 770 bis 830 (2013: 735) Millionen Euro erhöhen. Bislang hatte Lanxess lediglich ein "leicht verbessertes" Ebitda vor Sondereinflüssen in Aussicht gestellt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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