Kapitalsuche
Umbau der Finanzsparte belastet General Electric

Mit "harten, aber klugen" Maßnahmen will General Electric seine Finanzierungssparte umbauen. Mit frischem Kapital will der immer noch hochprofitable Konzern Sonderbelastungen von mehr als einer Milliarde Dollar vergessen machen und sein gutes Rating behalten.

NEW YORK. Der US-Mischkonzern General Electric (GE) rechnet bei der geplanten Umstrukturierung seiner Finanzierungssparte GE Capital mit Sonderbelastungen von einer bis 1,4 Mrd. Dollar. Dies teilte der Konzern gestern mit. Im Zuge des Umbaus, der zum 1. Januar wirksam werden soll, plant GE unter anderem, Mitarbeiter zu entlassen, Geschäftsbereiche zu schließen und das Portfolio umzustellen. GE-Finanzvorstand Keith Sherin sprach von "einigen harten, aber klugen Maßnahmen, um GE Capital in der Finanzkrise sicherer, stärker und verlässlicher zu machen". Der Konzern will durch den Umbau im kommenden Jahr rund zwei Mrd. Dollar einsparen. Im laufenden Jahr wird GE Capital laut Sherin acht Mrd. Dollar Gewinn erzielen, für 2009 rechnet der Manager mit fünf Mrd. Dollar. Die Dividende von 1,24 Dollar pro Anteilsschein werde auch 2009 stabil bleiben.

Gleichzeitig reduzierte Sherin gestern die Gewinnerwartungen für den Gesamtkonzern im vierten Quartal auf das "untere Ende" der Prognose. Das weltgrößte Industrie- und Finanzkonglomerat rechne nun mit einem Ergebnis von 50 bis 52 Cent je Aktie. Zuvor war man von einem Gewinn von 50 bis zu 65 Cent ausgegangen, die meisten Analysten prognostizieren 51 Cent. Die GE-Papiere gewannen gestern Vormittag deutlich: Zwischenzeitlich kletterte der Kurs an der New Yorker Börse um fast zehn Prozent auf 17 Dollar. Der Konzern habe für die schwierige Lage eine Antwort, sagte Walter Hellwig von Morgan Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg.

GE sucht seit Monaten nach frischem Kapital, um seine Bilanz zu stärken. Der Konzern sei in Gesprächen mit vier Staatsfonds aus Asien, um sie als Investoren zu gewinnen, bestätigte GE kürzlich. Vor Wochen war bereits der legendäre US-Investor Warren Buffett eingestiegen, um dem Konzern aus der Patsche zu helfen. Zwar ist GE nach wie vor hoch profitabel und könnte im laufenden Jahr rund 20 Mrd. Dollar Gewinn ausweisen. Über GE Capital mit Vermögenswerten von mehr als 600 Mrd. Dollar ist der Konzern jedoch im Grunde eine der größten Banken Amerikas - mit entsprechend akuten Problemen auf der Kreditseite. Insbesondere die Tatsache, dass GE Capital noch mit 88 Mrd. Dollar im Commercial-Paper-Markt aktiv ist, wird am Kapitalmarkt kritisch gesehen. Bis Ende 2009 will der Finanzarm sein Commercial Paper-Portfolio auf 50 Mrd. Dollar reduzieren, betonte Finanzvorstand Sherin gestern.

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