Kartellamt billigt Übernahme von RWE Umwelt durch Rethmann-Tochter Remondis: Elefantenhochzeit bei Entsorgern lässt Konkurrenten zittern

Kartellamt billigt Übernahme von RWE Umwelt durch Rethmann-Tochter Remondis
Elefantenhochzeit bei Entsorgern lässt Konkurrenten zittern

Die deutsche Entsorgungsbranche bekommt einen neuen, mächtigen Marktführer: Das Bundeskartellamt hat die Elefantenhochzeit der Remondis AG & Co. KG (früher Rethmann) mit der RWE Umwelt AG weitgehend gebilligt. Die Wettbewerbshüter verhängten zwar Auflagen, nach Einschätzung von Branchenbeobachtern wird Remondis den Markt aber künftig beherrschen.

HB DÜSSELDORF. Mittelständische Konkurrenten rechnen sogar mit einem knallharten Verdrängungswettbewerb und haben Widerstand gegen die Entscheidung angekündigt. RWE und Remondis haben den Beschluss dagegen akzeptiert und die Transaktion bereits abgeschlossen.

Remondis, bisher die Nummer zwei der Branche, übernimmt 70 Prozent der Geschäftsanteile des derzeitigen Marktführers RWE Umwelt. Damit kommt das Unternehmen mit 15 000 Beschäftigten auf 2,2 Mrd. Euro Umsatz. Neben Remondis führt die Lünener Rethmann-Familienholding unter ihrem Dach auch den Speditions- und Logistikkonzern Rhenus sowie den europäischen Marktführer bei der Verwertung von Tier- und Schlachtabfällen, Saria Bio Industries.

Nach dem Beschluss des Kartellamts muss Remondis die Beteiligung am börsennotierten Entsorgungsdienstleister Interseroh von 15 Prozent abgeben. Darüber hinaus soll der neue Konzern Anlagen und Beteiligungen auf den Märkten für Altglas und die Aufbereitung von Kühlgeräten veräußern sowie Entsorgungsverträge mit dem Dualen System Deutschland in zwölf Städten lösen. Ansonsten könnte der Zusammenschluss den Wettbewerb auf diesen Teilmärkten gefährden, erklärte das Bundeskartellamt.

Unproblematisch sieht die Behörde dagegen die Marktstellung des neuen Unternehmens bei der Entsorgung von Restmüll. Die beiden Unternehmen hatten bereits im Vorfeld kartellrechtlichen Bedenken Rechnung getragen, indem sie 30 Prozent des RWE-Umwelt-Geschäftsvolumens, vor allem Beteiligungen an kommunalen Entsorgern in Nordrhein-Westfalen, abtrennten, die RWE nun getrennt veräußert. Für diese Geschäftsteile seien bereits Interessenten vorstellig geworden, berichtete eine Sprecherin des Kartellamts.

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