Industrie
Kartellamt nimmt Gasversorger ins Visier

Die bevorstehende Preisrunde bei den deutschen Gasversorgern ruft das Bundeskartellamt auf den Plan: Die Bonner Wettbewerbsbehörde geht Vorwürfen nach, dass die betreffenden Unternehmen bei der geplanten Erhöhung ihrer Gaspreise eine marktbeherrschende Stellung ausnutzen.

BERLIN. "Es gibt da erhebliche Ungereimtheiten, die geklärt werden müssen", sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge dem Handelsblatt. Das Amt habe deswegen bereits mehrere Unternehmen angeschrieben, erläuterte er.

Im Zentrum steht dabei, dass die angekündigten Preiserhöhungen der Versorger den Anstieg ihrer Bezugspreise bei den Ferngasgesellschaften sogar übertreffen. Da die Endkundenpreise in großem Umfang auch durch andere Kosten wie Entgelte für die Netzdurchleitung bestimmt seien, dürfte die Verteuerung des Energieträgers auf der Versorgungsebene eigentlich nur zu einem Bruchteil ankommen, betont Böge. "Hier fehlt es in jedem Fall an Transparenz." Die Untersuchung des Vorgangs laufe zunächst auf der Ebene einer informellen Vorprüfung. Ob die Behörde weitere Schritte einleite, werde sich aus den Ergebnissen der laufenden Untersuchung ergeben, erläuterte Böge.

Der in Oldenburg ansässige Versorger EWE AG hatte am Donnerstag angekündigt, seine Gaspreise für private Endkunden um rund 13 Prozent anheben zu wollen. Auch andere Versorger hatten zuvor bereits höhere Tarife angekündigt. Sie begründen ihre Pläne mit dem stark gestiegenen Ölpreis, an den der Gaspreis traditionell gekoppelt ist.

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