Kartellamt
RWE scheitert mit Saar-Ferngas-Kauf

Der Energieversorger RWE ist mit einem Übernahmeprojekt am Bundeskartellamt gescheitert. Beim Übernahmeversuch von Versorger Saar Ferngas haben die Zusagen von RWE nicht ausgereicht. Doch der Energieriese hat schon neue Pläne.

HB DÜSSELDORF. Die Bonner Wettbewerbshüter untersagten dem Essener Versorger am Donnerstag die Übernahme der Saar Ferngas von der RAG. Das Kartellamt begründete sein Verbot damit, dass der Zusammenschluss zur Verstärkung marktbeherrschender Positionen im Strom- und Gasmarkt geführt hätte. RWE nannte die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Der Konzern ließ offen, ob er dagegen klagen wird. „Wir werden die Begründung prüfen“, sagte ein RWE-Sprecher nur.

Im vergangenen Mai hatte der Essener Mischkonzern RAG angekündigt, seinen Anteil an Saar Ferngas von 76,9 Prozent an an RWE zu veräußern. 20 Prozent hält mittelbar RWE-Konkurrent Eon. Branchenkreisen zufolge sollte der Kaufpreis bei knapp 400 Mill. Euro liegen. Die in Saarbrücken ansässige Saar Ferngas beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter und hat 2005 1,1 Mrd. Euro umgesetzt.

„Die Entscheidung ist für das Unternehmen unverständlich“, erklärte RWE. Der Konzern habe dem Kartellamt „durch Kompensationsangebote zuletzt ein weit über das übliche Maß hinausgehendes Entgegenkommen signalisiert“. Die Bonner Behörde betonte hingegen: „Nach Einschätzung des Bundeskartellamts reichten die Zusagen jedoch nicht aus.“ Amtschef Ulf Böge sagte, bei der Öffnung des Gasmarkts dürfe es keine Rückschritte geben. Dabei hatte RWE-Chef Harry Roels sich kürzlich noch optimistisch gezeigt, die Übernahme von Saar Ferngas rasch über die Bühne zu bringen.

RWE hat sich anders als der nach der spanischen Endesa greifende Konkurrent Eon mit Mega-Übernahmen zurückgehalten. Saar Ferngas entspricht der Vorstellung des in einem Jahr aus dem Amt scheidenden Roels. Er will RWE „kleinere und mittlere Unternehmen“ einverleiben und damit das Risiko von Fehlschlägen begrenzen.

RWE betonte, nun andere Projekte vorantreiben zu wollen. Hierzu gehörten der Bau einer Gaspipeline von der tschechischen Grenze durch Deutschland nach Belgien und das Geschäft mit Flüssiggas (LNG).

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