Kartellamt stimmt zu
Bayer darf Algeta übernehmen

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern darf sich Algeta, einen Krebsspezialisten aus Oslo, schnappen. Das Bundeskartellamt hat keine Bedenken gegen eine Übernahme. Eine Hürde gibt es noch für das Milliardengeschäft.
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FrankfurtDas Bundeskartellamt hat Bayer den Weg für die geplante milliardenschwere Übernahme der norwegischen Pharmafirma Algeta frei gemacht. Die Bonner Behörde habe den Plänen ohne Auflagen zugestimmt, sagte ein Sprecher des Kartellamts am Montag. Diese Freigabe war eine der wesentlichen Bedingungen für die Bayer-Offerte. Auch die Börse in Oslo muss dem Prospekt noch zustimmen. Danach soll Algeta zufolge das Übernahmeangebot an die Aktionäre veröffentlich werden, womit noch im Januar gerechnet wird.

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern bietet für den Krebsspezialisten aus Oslo rund 1,9 Milliarden Euro. Die Algeta-Aktionäre sollen 362 Kronen je Aktie in bar - umgerechnet rund 43 Euro - erhalten. Das Management von Algeta hatte der Offerte bereits einstimmig zugestimmt und den Anteilseignern empfohlen, das Angebot anzunehmen. Der Angebotspreis liegt 37 Prozent über dem Schlusskurs vom 25. November, dem Tag bevor die Nordeuropäer das Angebot von Bayer erhalten hatten.

Beide Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren in der Krebsmedizin zusammen. Seit 2009 kooperieren sie bei dem Prostatakrebsmittel Xofigo, einem der fünf wichtigsten neuen Arzneien von Bayer. Konzernchef Marijn Dekkers traut Xofigo - alle Behandlungsgebiete zusammengenommen - mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Klappt die Übernahme von Algeta würde Bayer die volle Kontrolle über das Medikament erhalten und könnte dann sämtliche Einnahmen für sich buchen.

Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Erst unlängst wurde die Arznei in Europa zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen zugelassen. In den USA vertreiben Algeta und Bayer das Medikament gemeinsam, die Norweger erhalten die Hälfte der Einnahmen. Außerhalb der USA bekommt Algeta erfolgsabhängige Zahlungen und wird von Bayer an den Umsätzen in zweistelliger Prozenthöhe beteiligt.

Algeta hat zudem weitere Krebswirkstoffe in der Hinterhand, die auf der radioaktiven Substanz Thorium 227 basieren. Hierbei kooperieren die Norweger unter anderem mit dem französischen Pharmariesen Sanofi und mit der belgischen Biotechfirma Ablynx. Thorium 227 ist eine nach dem nordischen Donnergott Thor benannte Substanz, die wie der Xofigo-Wirkstoff radioaktive Alpha-Strahlung abgibt und auf diese Weise Krebszellen bekämpft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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