Kartellamt wirft Unternehmen Absprachen vor
Millionenstrafen gegen Dekorpapierhersteller

Wegen verbotener Kartellabsprachen hat das Bundeskartellamt gegen drei Hersteller von Spezialpapier Geldbußen von insgesamt rund 62 Mill. Euro verhängt. Die drei betroffenen Unternehmen hätten sich in den vergangenen Jahren nicht nur über Preiserhöhungen, sondern auch über die Stilllegung von Überkapazitäten abgesprochen.

HB BONN. Die drei betroffenen Hersteller haben laut Kartellamt bereits angekündigt, die Geldbußen zu akzeptieren, wie die Wettbewerbsbehörde am Dienstag mitteilten.

Bei den drei Unternehmen handelt es sich um die Munksjö Paper GmbH, Aalen, die Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG, Osnabrück, und die Arjo Wiggins Deutschland GmbH, Dettingen. Auch gegen fünf verantwortliche Mitarbeiter wurden Geldbußen verhängt. Gegen weitere Dekorpapierhersteller werde noch ermittelt, teilte das Kartellamt mit.

Dekorpapiere sind Spezialpapiere zur Oberflächenveredelung von Holzwerkstoffen. Sie werden etwa bei Laminatböden, aber auch bei Küchenarbeitsplatten oder Möbeln verwendet, um den Produkten preiswert die gewünschte Holzoptik zu verschaffen.

Die ins Visier der Ermittler geratenen Unternehmen sind Tochtergesellschaften der drei größten europäischen Hersteller von Dekorpapieren. Gegenstand der Absprachen waren laut Kartellamt koordinierte Preiserhöhungen über einen Zeitraum von mindestens August 2005 bis Anfang November 2007. Zudem hätten die Kartellmitglieder in der zweiten Jahreshälfte 2007 zum Abbau von Überkapazitäten im Markt auch koordinierte Kapazitätsstilllegungen vereinbart.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte das Kartellamt drei Standorte der Unternehmen in Deutschland und einen in Schweden durchsuchen lassen. Dabei konnte nach Angaben der Wettbewerbsbehörde umfangreiches Material sichergestellt werden.

Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer betonte: "Das Verfahren ist ein Beweis für das schnelle und entschlossene Vorgehen des Bundeskartellamts gegen jegliche Form von Kartellabsprachen." Die Zusammenarbeit im Netzwerk der europäischen Wettbewerbsbehörden habe sich dabei als außerordentlich effizient und erfolgreich bewährt.

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