Kartellamtschef Ulf Böge: Konsequente Fortsetzung unserer Linie
Eon darf nicht bei Lübecker Stadtwerken einsteigen

Der Energieriese Eon darf sich nicht an den Stadtwerken Lübeck beteiligen. Das Bundeskartellamt in Bonn untersagte der Eon-Tochter Eon Hanse in Rendsburg den Erwerb einer 49,9-prozentigen Beteiligung an der Stadtwerke Lübeck GmbH, wie die Behörde am Montag in Bonn mitteilte.

HB BONN. Die beabsichtigte Beteiligung von Eon Hanse (ehemals Schleswag AG) in Höhe von 49,9 Prozent an den Stadtwerken Lübeck lasse eine Verstärkung der marktbeherrschenden Stellungen beim Absatz von Strom und Gas erwarten, teilte das Kartellamt am Montag in Bonn mit. Die Behörde hatte Eon Hanse bereits Mitte Oktober Bedenken hinsichtlich des Einstiegs mitgeteilt. Bei Eon war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Kartellamtschef Ulf Böge bezeichnete die Untersagung als „konsequente Fortsetzung der vom Bundeskartellamt verfolgten Linie, die Energiemärkte offen zu halten und weiteren Marktverschließungseffekten, die insbesondere mit der Beteiligung der großen Verbundunternehmen an Stadtwerken verbunden sind, entgegen zu wirken.“ In ähnlichen Fällen aus der Energiewirtschaft hatte das Kartellamt bislang schon häufiger die dominante Rolle des Käufers als Hindernis für eine Genehmigung angegeben. Unter anderem hatte die Bonner Behörde im September der zu Eon gehörenden EAM Energie AG in Kassel den Erwerb einer 30-prozentigen Beteiligung an den Stadtwerken Eschwege untersagt.

Schleswag hatte im Dezember 2002 von der Stadt Lübeck für 250 Mill. Euro den Zuschlag für die Energieaktivitäten der Stadtwerke Lübeck (SWL/EWL) erhalten. Im Juli hatte Schleswag dann die Genehmigung zur Übernahme von 49,9 Prozent gestellt. Eon hatte zur Abwendung einer kartellrechtlichen Untersagung Kompensationen angeboten. Diese seien jedoch nicht ausreichend, um die festgestellten negativen Auswirkungen des Zusammenschlusses auszugleichen, erklärte nun das Kartellamt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%