Kartellrechtliche Folgen nicht ausgeschlossen: Siemens hält nun 90 Prozent an VA Tech

Kartellrechtliche Folgen nicht ausgeschlossen
Siemens hält nun 90 Prozent an VA Tech

Siemens hat bei der Übernahme von VA Tech mehr als 90 Prozent des Grundkapitals des Linzer Anlagenbauers erhalten und damit das selbst gesteckte Ziel erreicht.

HB WIEN/MÜNCHEN. Damit sei eine wesentliche Bedingung des am 26. Januar nachgebesserten Übernahmeangebots erfüllt, teilte Siemens Österreich am Donnerstag in Wien mit. „Das genaue Ergebnis wird im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden.“ Die Siemens-Aktie notierte am Morgen mit 60,59 Euro um ein Prozent fester, der Gesamtmarkt tendierte auf Vortagesniveau.

Auf Druck mehrerer Fonds hatte Siemens im Januar die Offerte für VA Tech um zehn Euro auf 65 Euro je Aktie erhöht. Das Übernahmeangebot war am Mittwochabend ausgelaufen. Zugleich forderte der Konzern damals aber mindestens 90 Prozent des Grundkapitals - andernfalls wäre das Geschäft geplatzt. Zuletzt hatten die Investmentfonds Fidelity, Eureka und Goldman Sachs ihre Anteile an Siemens verkauft. Die staatliche Privatisierungsgesellschaft ÖIAG hatte ihre 14,7 Prozent ebenfalls den Münchnern zugesichert. Siemens selbst hielt bereits zuvor schon 16,5 Prozent des Grundkapitals.

Allerdings dürfte die Übernahme noch keineswegs in trockenen Tüchern sein. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr am Dienstag aus mit der Situation vertrauten Kreisen, dass die EU-Kommission die Transaktion intensiv prüfen will. Ein hochrangiger Mitarbeiter der Wettbewerbsabteilung habe dies Wettbewerbshüterin Neelie Kroes empfohlen. Es gebe „ernsthafte Bedenken“.

Siemens selbst hat bereits mögliche Hindernisse eingeräumt. „Es gibt noch kartellrechtliche Fragen, die geklärt werden müssen“, hatte der damalige Konzernchef Heinrich von Pierer im November gesagt und den Verkauf von Unternehmensteilen nicht ausgeschlossen. Unter anderem die Wasserkraftwerkstechnik gilt als problematisch. Siemens hat seine Offerte für VA Tech unter anderem mit der Bedingung verknüpft, dass sie von den Wettbewerbsbehörden der EU, Kanadas und den USA abgesegnet wird.

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