Kartellstrafe: Konzerne zahlen für Marineschlauch-Kartell

Kartellstrafe
Konzerne zahlen für Marineschlauch-Kartell

Die EU-Kommission hat gegen fünf Hersteller von Ölschläuchen zur Schiffsbeladung eine Kartellstrafe von 131,5 Millionen Euro verhängt. Auf die Continental-Tochter Dunlop Oil & Marine/Continental entfalle ein Bußgeld von 18 Millionen Euro.

HB BRÜSSEL. Das teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Die Unternehmen hätten von 1986 bis 2007 die Weltmarktpreise für Marineschläuche abgesprochen und Märkte aufgeteilt. Das sei ein besonders schwerer Verstoß gegen EU-Wettbewerbsrecht. "Dieses Kartell hat bewirkt, dass die Verbraucher 20 Jahre lang einen Aufschlag für Ölprodukte zahlen mussten", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

Die höchste Strafe kassierte der japanische Hersteller Bridgestone mit 58,5 Millionen Euro. Gemeinsam mit dem US-italienischen Produzenten Parker ITR habe Bridgestone eine führende Rolle gespielt. Parker muss ebenso wie der schwedisch-französische Trelleborg-Konzern rund 25 Millionen Euro Buße zahlen. Für Manuli aus Italien wurde die Geldstrafe herabgesetzt, weil die Firma die Kommission bei der Kartelluntersuchung unterstützte. Der japanische Hersteller Yokohama entging der Geldbuße, nachdem er als Kronzeuge das Kartell aufgedeckt hatte.

Die Vertreter der Firmen trafen sich regelmäßig in Europa, Ostasien und den USA zur Preisabsprache, wie die Kommission ermittelte. "Die Kartellmitglieder bezeichneten einige Märkte als ihre Privatmärkte und vereinbarten einen zwölf Seiten langen Katalog von Kartellregeln", hieß es dazu. Die Wettbewerbshüter hatten in diesem Fall erstmals auch eine Privatwohnung und nicht nur Geschäftsräume durchsucht. Der Jahresumsatz für Marineschläuche, die zum Be- und Entladen von Schiffen mit Rohöl eingesetzt werden, habe in Europa zuletzt gut 30 Millionen Euro betragen.

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