Kartellwächter weiten Ermittlungen aus
Neuer Verdacht gegen Chemiefirmen

Die Chemiebranche muss sich auf die Ausweitung eines Kartellverfahrens zu illegalen Preisabsprachen bei chemischen Grundstoffen einstellen.

wsj/sia WASHINGTON. Bereits seit zwei Jahren laufende Ermittlungen in den USA und Europa gegen Hersteller mehrerer Grundstoffe (darunter Kautschuk) werden nach Informationen aus Ermittlungskreisen auf weitere Märkte und Materialien ausgeweitet. Im Visier der Ermittler steht auch der deutsche Chemiekonzern Bayer, neben Dow Chemical und Dupont.

Mindestens vier Untersuchungsverfahren wurden jetzt vor einem Gericht in San Francisco eingeleitet. Dabei geht es auch um die den Grundstoff Urethan, ein Vorprodukt zur Herstellung weit verbreiteter Kunststoffe etwa für die Innenraumverkleidung von PKW und für Möbel. Hier ist Bayer einer der weltweit führenden Anbieter. Ein weiteres Produkt im Visier der Ermittler ist der synthetische Gummistoff Neopren.

Im Ausgangsverfahren hatten der Reifenhersteller Uniroyal und dessen Mutter Crompton bereits Absprachen beim Preis für Kautschukchemikalien eingeräumt und ein Bußgeld von 50 Mill. Dollar akzeptiert. Durch dieses Eingeständnis haben die Behörden einen Präzedenzfall, der nun dafür genutzt wird, die Solidarität innerhalb des Preiskartells aufzubrechen: Dem ersten Beteiligten, der jetzt weitere Preisabsprachen verrät, winkt eine Amnestie. Allen anderen droht ein Kriminalverfahren.

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