Kasper Rorsted
Henkel-Chef hält Lohn-Diskussion für populistisch

Der Chemiekonzern Henkel will sein Geschäft mit Zukäufen stabilisieren. Auf ein Geschäftsfeld legt sich Vorstandschef Rorsted aber nicht fest. Eine eindeutige Meinung hat der Däne dagegen beim Thema Managergehälter.
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DüsseldorfKasper Rorsted, der Chef des Düsseldorfer Spezialchemiekonzerns Henkel, dämpft die Erwartung auf einen schnellen Zukauf aus der gefüllten Unternehmenskasse. „Momentan ist wenig am Markt. Bei den niedrigen Zinsen will kaum jemand Firmen gegen Geld tauschen“, sagte der Manager in einem Interview mit dem Handelsblatt (Montagausgabe). Zukäufe sind Teil der Strategie, die der gebürtige Däne vor über einem Jahr mit Blick auf das Jahr 2016 vorgestellt hatte.

„In den kommenden drei Jahren werden sich noch Gelegenheiten bieten“, sagte Rorsted weiter. Auf ein Geschäftsfeld für den Zukauf wollte er sich nicht festlegen. Bei Klebstoffen sei Henkel zweieinhalbmal so groß wie die Nummer zwei, aber das Konsumentengeschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln wie Persil und Kosmetik wie Schwarzkopf sei ebenso attraktiv. „Es schwankt nicht so stark mit der Industrie-Konjunktur. Das stabilisiert den Konzern“, sagte er.

Rorsted, mit knapp 6,2 Millionen Euro Gesamtbezügen im Geschäftsjahr 2012 einer der bestbezahlten Vorstandschefs im Deutschen Aktienindex (Dax), wandte sich in dem Interview gegen mehr Transparenz bei den Managergehältern. Forderungen aus der Politik, das Verhältnis des Vorstandsgehalts zum Durchschnittssalär in einem Unternehmen offenzulegen, erteilte er eine Absage: „Das ist Transparenz ohne inhaltlichen Sinn. Diese Kennziffer hat keinerlei Relevanz – insbesondere für internationale Konzerne.“

Er kritisierte die Gehälter-Debatte. „Die Diskussion ist teilweise sehr populistisch. Wir stehen auch bei den Gehältern im globalen Wettbewerb.“ Henkel habe das richtige Maß gefunden: „Wir zahlen gut, verlangen aber auch eine entsprechend hohe Leistung“, sagte Rorsted.

Wichtig sei es, Talente im eigenen Konzern weltweit zu entdecken. „Es gibt in allen großen Unternehmen ein Riesenproblem: die besten Mitarbeiter gezielt zu fördern.“ Henkel beurteile die Mitarbeiter weltweit nach einem einheitlichen System. „Wir achten darauf, dass wir eine ausgewogene Führungsmannschaft in Bezug auf Alter, Herkunft und Geschlecht haben. Bei uns ist das Alter bei Beurteilungen völlig irrelevant, deshalb befördern wir auch viele Führungskräfte über 50“, sagte Rorsted.

Er selbst wolle bei Henkel bleiben, sagte Rorsted. „2005 kam ich neu von Hewlett-Packard zu Henkel und kannte keinen. Inzwischen ist es für mich ein enormer Wohlfühlfaktor, dass im Vorstand Leute sitzen, die ich mit gefördert habe. Die Größe eines Unternehmens ist nicht alles. Es gibt genug Herausforderungen bei Henkel in den nächsten Jahren“, begründete der 51-Jährige den Wunsch.

Das vollständige Interview mit Kasper Rorsted finden Sie zum Download in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft unter www.kaufhaus.handelsblatt.com.

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