Kassen von RWE und MVV klingeln
Strompreissenkungen bleiben Wunschtraum

Deutschlands Verbraucher können auf absehbare Zeit nicht mit billigerem Strom rechnen – trotz des Preisverfalls an der Leipziger Strombörse und der kräftigen Gewinnschübe bei Energieriesen wie RWE. Derweil wird jedoch der Streit um die Liberalisierung des deutschen Strommarkts schärfer.

HB DÜSSELDORF. Nach Marktführer Eon widersprach am Montag auch Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE Erwartungen, nun könnten auch die Endkundenpreise rasch ins Rutschen kommen. Im Gegenteil: RWE-Finanzvorstand Klaus Sturany stimmte die Verbraucher sogar auf weitere Preisanhebungen ein. Das derzeitige Gebührenniveau orientiere sich noch an den Preisen, die an der Strombörse in den Jahren 2004 und 2005 gezahlt wurden. Es liege damit erheblich unter den heutigen Kosten. Dies gelte auch nach dem jüngsten Preisverfall, sagte Sturany.

Auch Eon-Chef Wulf Bernotat hatte in der vergangenen Woche gemahnt, die Preissteigerungen der vergangenen Monate an der Strombörse würden erst im nächsten Jahr auf die Endkunden-Preise durchschlagen.

Der Preisverfall an der Leipziger Strombörse war durch den dramatischen Wertverlust bei C02-Emissionszertifikaten ausgelöst worden. Energieversorger benötigen diese Papier, um ihre Kohle- und Gaskraftwerke betreiben zu können. Angst vor einer möglichen Knappheit der Zertifikate hatte zu Jahresbeginn für eine regelrechte Hausse gesorgt.

Umso stärker war der Kurseinbruch, nachdem in den vergangenen Tagen bekannt wurde, dass die meisten EU-Staaten deutlich mehr Lizenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid-Emissionen ausgegeben haben, als von der Industrie 2005 benötigt wurden. Die C02-Zertifikate verloren Ende April innerhalb weniger Tage zwei Drittel ihres Wertes.

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