Katalonien-Krise
Boykott gegen Stada in Spanien

Der deutsche Pharmahersteller Stada leidet unter der Katalonienkrise. Grund sind Boykottaktionen gegen Produkte von Anbietern die ihren Sitz – wie Stada– in Barcelona haben. Das Unternehmen zieht einen Umzug in Betracht.
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FrankfurtDer politische Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens wirkt sich auf das Geschäft des deutschen Arzneimittelherstellers Stada aus. Es gebe Boykottaktionen von Apothekern außerhalb Kataloniens gegen Produkte von Anbietern, die – wie Stada – ihren Sitz innerhalb der Region im Norden des Landes hätten, sagte Vorstandschef Claudio Albrecht am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalsbilanz. „Darunter leiden wir im Moment.“ Sein Unternehmen arbeite aber bereits an Gegenmaßnahmen. Diese könnten sein, „nach Madrid überzusiedeln“. Stada hat seine spanische Zentrale in der katalanischen Regionalhauptstadt Barcelona.

Das Unternehmen warnte, dass sich die politischen Turbulenzen nach dem jüngsten Unabhängigkeitsvotum negativ auf den Stada-Umsatz in Spanien auswirken könnten. Im Geschäft mit Nachahmerprodukten (Generika) steht Spanien bei Stada auf Platz fünf der umsatzstärksten Länder. Im abgelaufenen dritten Quartal von Juli bis September steigerte das Unternehmen seinen Umsatz mit Generika dort noch um zwei Prozent auf 26,9 Millionen Euro.

Am 1. Oktober hatten sich bei dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum rund 90 Prozent der Katalanen für die Abspaltung von Spanien ausgesprochen. Die Beteiligung lag aber nur bei 43 Prozent. Seit dem Referendum haben bereits Hunderte Unternehmen ihren Firmensitz aus Katalonien abgezogen. Zur Begründung führten sie unter anderem an, sich nach einer Unabhängigkeit nicht außerhalb der Europäischen Union wiederfinden zu wollen. Inzwischen hat die spanische Zentralregierung Katalonien unter Kuratel gestellt und Neuwahlen für den 21. Dezember angesetzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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