Kauf des Anteils der Bayern-LB
Strabag wird mit Züblin zur Nummer eins

Der österreichische Baukonzern Strabag hat die Mehrheit am Stuttgarter Konkurrenten Züblin übernommen. Um das Geschäft war lange gerungen worden. Strabag lässt mit dem Kauf den bisherigen Platzhirschen Hochtief hinter sich.

HB DÜSSELDORF. Die Strabag-Holding Fimag mit Sitz in Wien habe von der Bayern-LB den Zuschlag für deren 49-prozentigen Anteil an Züblin erhalten, teilten Strabag und Züblin am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Züblin ist auf den Tunnel- und Ingenieurbau spezialisiert und arbeitet profitabel. Der nun verkaufte Anteil am Unternehmen war von dem insolventen Baukonzern Walter Bau an die Bayerische Landesbank verpfändet worden.

Damit ist das lange Tauziehen um die Anteile beendet. Um die Züblin-Beteiligung hatte sich auch die Stuttgarter Unternehmerfamilie Lenz mit Hilfe von Finanzinvestoren aus den USA beworben. Der Familie Lenz gehören schon 43 Prozent der Anteile an Züblin.

Die Strabag, der bereits knapp fünf Prozent an Züblin gehörten, halte nun die Aktienmehrheit mit insgesamt 53,6 Prozent, hieß es weiter. Die Österreicher rücken mit Züblin zum Baukonzern mit der größten Bauleistung innerhalb des deutschen Marktes auf, noch vor dem größten deutschen Baukonzern Hochtief.

Arbeitsplätze sollten durch die Zusammenlegung nicht in größerem Umfang abgebaut werden, versicherten beide Unternehmen. Strabag und und Züblin sollen in Deutschland weiter als getrennte Marken auftreten. Die Strabag solle dabei weiter für den Straßenbau zuständig bleiben. Auch der Züblin-Firmensitz solle nicht verlegt werden und bleibe in Stuttgart.

Gegen eine Fusion hat sich auch die Investorenfamilie Lenz ausgesprochen. Sie ist mit 43 Prozent an Züblin beteiligt und kann damit eine Verschmelzung blockieren. Einer Fusion muss mit Dreiviertelmehrheit des Kapitals zugestimmt werden. Die Familie Lenz kündigte weiter an, sie werde streng auf die unternehmerische Selbstständigkeit von Züblin achten.

Der Chef der deutschen Strabag, Thomas Birtel, hatte jüngst erklärt, auch nach einer Mehrheitsübernahme von Züblin erwarte er keine rasche Einigung mit der Familie Lenz über den restlichen Züblin-Anteil. Er könne sich daher auch vorstellen, dass die Kölner Strabag mit einer Schwestergesellschaft Züblin operieren könne.

Bis spätestens im Herbst 2005 erwarteten Strabag und Züblin und die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion.

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