Kauf von Anteilen
MAN sichert sich bei Scania mehr Macht

MAN hat ein großes Aktienpaket an dem Konkurrenten Scania gekauft. Der Preis, den die Münchener dafür gezahlt haben, liegt höher als das offizielle Übernahmeangebot. Diesen neuen Preis bieten sie jetzt auch allen anderen Aktionären. Die Aktion zeigt Wirkung auf Seiten der Schweden.

HB MÜNCHEN. MAN habe zusätzliche Aktien außerhalb der Börse gekauft und halte nun 14,27 Prozent der Stimmrechte an Scania, teilte MAN am Donnerstagmorgen in München mit. Das Unternehmen habe Händler beauftragt, Scania-Aktien zum Preis von bis zu 475 Kronen zu erwerben (gut 51 Euro). Der Preis bedeutet einen Aufschlag von 7,5 Prozent auf das bisherige Kaufangebot. Damit sei MAN verpflichtet, sein bisheriges Übernahmeangebot entsprechend zu erhöhen, teilte das Unternehmen mit und nannte auch gleich die neuen Konditionen: Das Gebot laute nun auf 41,12 Euro in Bar plus 0,151 MAN-Aktien je Scania-Papier.

MAN hatte bisher 442 Schwedische Kronen (48 Euro) für einen Anteilsschein geboten, wobei 38,35 Euro in bar und der Rest mit 0,151 neuen MAN-Stammaktien bezahlt werden sollten. Der Gesamtwert der Offerte lag bei 9,6 Mrd. Euro; jetzt liegt er bei 10,3 Mrd. Euro. Bei ihrem Angebot machen die Münchener keinen Unterschied zwischen den mit einem zehnmal höheren Stimmrecht ausgestatteten A- und den einfachen B-Aktien von Scania.

Bessere Verhandlungsposition

MAN will sich mit dem jetzigen Aktienkauf eine bessere Verhandlungsposition im Poker um den schwedischen Konkurrenten verschaffen. Bereits zuvor hatte MAN 2,9 Prozent des Kapitals besessen, was 5,2 Prozent der Stimmrechte entsprach. Nun besitzt MAN 11,48 Prozent der Aktien, darunter viele des A-Typs. Dies treibt den Stimmrechtsanteil an die genannten 14,27 Prozent. Damit ist MAN zu einem Großaktionär aufgestiegen.

Wichtigster Aktionär von Scania ist mit einem Stimmrechtsanteil von 34 Prozent der VW-Konzern, der sich zu dem neuen Schritt von MAN noch nicht geäußert hat. VW war im Zuge des Übernahmekampfes mit gut 15 Prozent bei MAN eingestiegen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder will ein einvernehmliches Zusammengehen von MAN mit Scania unter Einschluss des Lkw-Geschäfts von VW in Brasilien erreichen.

„Sie feilschen um den Preis“

Scania und der zweitgrößte Aktionär, die Holdinggesellschaft Investor der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg, lehnten die erhöhte MAN-Offerte erneut ab. Anders als bislang sprachen beide Parteien aber nun von Synergiemöglichkeiten bei einem Zusammenschluss der beiden Firmen, die MAN in seinem Angebot jedoch unterschätze. Investor sprach zudem von „industriellen Vorteilen“ durch einen Zusammenschluss mit MAN.

Ein Händler, der in den Übernahmepoker involviert ist, wertete die Formulierungen von Scania und Investor als deutliches Zugeständnis. „Es sieht mehr oder weniger aus, als würde der Deal stehen, weil Scania von Synergien und Unterbewertung redet. Das bedeutet, sie feilschen um den Preis“, sagte er.

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