Kauf von Endesa
Spanisch-italienisches Duo stört Eon

Für den deutschen Energiekonzern Eon wird die Lage in Spanien immer aussichtsloser. Der italienische Konkurrent Enel und der spanische Mischkonzern Acciona bereiten ein Bündnis vor, um die Düsseldorfer am Kauf des Versorgers Endesa zu hindern. Schon die bloße Ankündigung versetzt Eon einen Schlag.

juf/HB MADRID/DÜSSELDORF. Enel-Chef Piero Gnudi hofft, „binnen Stunden“ eine Vereinbarung mit Acciona abschließen zu können über ein vollständiges Übernahmeangebot für Endesa. Es solle eine Vereinbarung unter Gleichen sein. Eine Initiative würde aber nur gestartet, sollte Eon keine 50 Prozent an dem spanischen Unternehmen bekommen, hieß es in einer Erklärung von Enel.

Die Besetzung der Spitzenpositionen würden sich die Konzerne aufteilen, verlautete aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. So würde Acciona wohl den Verwaltungsratschef bestimmen und Enel den Vorstandsvorsitzenden.

Enel und Acciona halten sich mit ihrer spartanischen offiziellen Erklärung, dass sie Gespräche führen, zwar noch alle Möglichkeiten offen. Sie ist aber zumindest ein gekonnt gesetzes Störfeuer, um die Offerte von Eon zu torpedieren. Der deutsche Konzern hatte zuletzt alles daran gesetzt, bis zum 29. März möglichst viele Aktien einzusammeln und bereits angedeutet, sich eventuell zunächst mit einer Minderheitsposition zufrieden zu geben, um anschließend Enel und Acciona zu einem Kompromiss zu zwingen. Diese Strategie dürfte nun nicht mehr ausgehen. Die Endesa-Aktionäre dürften mit der Aussicht auf eine noch höhere Offerte von einem Verkauf zunächst absehen.

In Enel-nahen Kreisen wird aber auch bereits spekuliert, dass Enel in Kürze bereits Fakten schaffen wird und eine konkrete Offerte auf den Tisch legen wird. In spanischen Zeitungen wird schon ein spekuliert, der Angebotspreise dürfte zwischen 40 und 42 Euro je Aktie liegen – und damit deutlich über der ohnehin schon hohen Eon-Offerte von 38,75 Euro.

Eon hatte zuletzt versucht, Acciona zu einem Verkauf seines Aktienpaketes zu überreden und war dabei auch zu substanziellen Zugeständnissen bereit. Für den spanischen Mischkonzern wäre ein solcher Deal aber politisch heikel gewesen, da er die Front gegen Eon durchbrochen hätte. Die spanische Regierung hat von Anfang an die Pläne der Deutschen abgelehnt und soll im Hintergrund auch den Einstieg von Enel eingefädelt haben.

Die Düsseldorfer Eon will nun die rechtlichen Konsequenzen aus dem gemeinsamen Plan von Enel und Acciona prüfen. Das kündigte eine Sprecherin des Düsseldorfer Konzerns am Freitag an. Im übrigen werde Eon Gerüchte und die aktuelle Entwicklung um Endesa nicht kommentieren. Der derzeit laufende Angebotsprozess werde unverändert fortgeführt, betonte sie.

Eon kämpft seit über einem Jahr um Endesa .Vorstandchef Wulf Bernotat hatte dabei immer wieder mit Widerständen zu kämpfen. Zunächst versuchte die spanische Energieaufsichtsbehörde CNE mit harten Auflagen die Übernahme zu verhindern, dann wurden die Offerte durch zahlreiche Klagen verzögert. Bernotat wähnte sich schon fast am Ziel, als sich Ende Februar der italiensiche Konkurrent Enel einmischte und sich eine Blockade der Offerte abzeichnete.

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