Kauf von Engelhard
BASF balanciert das Portfolio aus

Das Interesse an dem US-Spezialchemieunternehmen Engelhard und der Bauchemie-Sparte von Degussa signalisiert, dass der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF die Abhängigkeit von der Petro-Chemie verringern und seine Randaktivitäten stärken will. Damit setzt sich das Unternehmen von der Konkurrenz ab, die sich weiter auf das Kerngeschäft konzentriert.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Momentan verdient BASF vor allem dank des Booms der Petro-Chemie, der nach einhelliger Meinung der Experten spätestens 2007 seinen Zenit erreichen wird. Damit der Konzern auch in schlechten Zeiten die Kapitalkosten erwirtschaften kann, sucht BASF-Chef Jürgen Hambrecht jetzt nach Kaufgelegenheiten, mit denen er die für die Chemiebranche typischen Auf und Abs abfedern kann.

„Der Kauf von Engelhard wäre sicher ein geeigneter Schritt, um die zyklischen Schwankungen auszugleichen“, sagt Silke Stegemann, Chemie-Analystin der Landesbank Rheinland-Pfalz. Eine echte Rückkehr zur Diversifizierung früherer Jahre sei der Zukauf zwar nicht, weil BASF bereits Abgaskatalysatoren herstellt. Mit dem geplanten Zukauf des in diesem Marktsegment viel größeren Wettbewerbers würde der Konzern jedoch sein Portfolio deutlich abrunden.

Auch der BASF-Vorstandsvorsitzende Hambrecht sieht den Zukauf nicht als Diversifizierung. Mit Engelhard, dem Kauf von Orgamol und des Elektronikchemikalien-Geschäfts von Merck sowie der geplanten Übernahme des Bauchemiegeschäfts von Degussa verringere BASF jedoch seine Abhängigkeit von Konjunkturzyklen weiter.

Dass BASF sich so aktiv nach Zukaufsmöglichkeiten umschaut, ist nach Einschätzung von Branchenexperten die Folge des Aufschwungs, den die Chemiebranche seit einigen Quartalen erlebt. „Konzerne wie BASF verdienen besonders mit der Petro-Chemie gutes Geld, das investiert werden will“, sagt Tobias Mock, Chemie-Experte bei der Rating-Agentur Standard & Poor’s.

Weitere Investitionen in die so ertragreiche Petro-Chemie würden sich aus Sicht des S &P-Analysten nicht lohnen: „Besonders im Nahen Osten entstehen so viele neue Kapazitäten, dass ein Überangebot mittelfristig schon wieder in Sicht ist. „Insofern könnte es sich als gutes Timing erweisen, dass BASF jetzt in die Spezialchemie investiert, die völlig anderen Konjunkturzyklen folgt.“

Wie die meisten Experten erwartet Mock jedoch nicht, dass BASF mit dem Ausbau des Portfolios einen echten Branchentrend auslöst. Auch Christian Weigel von der Unternehmensberatung Arthur D. Little sieht BASF in einer Sonderrolle. Bei anderen Konzernen wie Degussa oder Lanxess stehe eher eine weitere Straffung des Portfolios auf der Agenda. Und Akzo Nobel kündigte zwar Zukäufe an, will sich aber vor allem im Kerngeschäft verstärken.

Seite 1:

BASF balanciert das Portfolio aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%