Kauf von Mobilat-Salbe
Stada stärkt Markengeschäft mit Zukäufen

Der Generikahersteller Stada stärkt sein Markengeschäft in Europa durch die Übernahme von elf Markenprodukten vom japanischen Pharmakonzern Sankyo Pharma, darunter die umsatzstarke Schmerzsalbe Mobilat.

HB FRANKFURT. Die Kosten für den Zukauf bezifferte Stada am Montag auf 82 Millionen Euro. Bei den Produkten, zu denen neben Mobilat auch andere bekannte Marken wie Hirudoid zur Behandlung von Sportverletzungen und Prellungen gehörten, handele es sich überwiegend um verschreibungsfreie Arzneimittel. Im vergangenen Jahr hätten die Mittel europaweit insgesamt einen Umsatz von 38 Millionen Euro erzielt - wovon alleine rund 18 Millionen Euro auf Mobilat und 14 Millionen Euro auf Hirudoid entfielen.

Stada übernimmt die verschiedenen Zulassungen und Warenzeichen bis April 2007 zeitlich gestaffelt. Die jeweiligen Produktumsätze würden entsprechend im Konzern konsolidiert. Allerdings sei vertraglich sicher gestellt worden, dass Stada den wirtschaftlichen Nutzen aus dem gesamten Produktpaket bereits ab Vertragsabschluss ziehen könne, hieß es.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Stada-Aktie legte um bis zu 1,7 Prozent auf 27,42 Euro zu. Analysten bewerteten den Zukauf positiv. Der Erwerb sollte rund vier Prozent an zusätzlichem Umsatz bringen, schätzt Thomas Brenning von Helaba Trust. Er geht davon aus, dass die Produkte auf Grund der bekannten Markennamen profitabler als der Durchschnitt der Stada-Produkte sein sollten.

Nach Einschätzung von Hanns Frohnmeyer von der Landesbank Baden-Württemberg ist der Kaufpreis angemessen: „Es passt ganz gut, dass sie die Produkte in Europa vertreiben können. Hier kann Stada sicherlich den Vorteil ausspielen, dass sie ein starkes europäisches Vertriebsnetz haben“, sagte er.

Der Umsatzschwerpunkt des Produktpakets liegt in Deutschland, Italien, Großbritannien und Belgien. Dort kann Stada die erworbenen Mittel nach der arzneimittelrechtlichen Zulassung auf seine Vertriebsgesellschaften direkt in die bestehenden Vertriebsstrukturen integrieren. In Finnland, wo mit den Produkten ebenfalls ein großer Teil des Umsatzes erzielt wird, übernimmt Stada ab 2006 die bestehende Vertriebsorganisation mit neun Mitarbeitern. „Möglicherweise kann Stada die Produkte auch für andere europäische Märkte nutzen“, sagte Analyst Brenning.

Das Bad Vilbeler Unternehmen erzielt den Großteil seiner Erlöse mit Nachahmerprodukten von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist, besitzt aber auch Markenprodukte wie Ladival Sonnencreme oder das Erkältungsmittel Grippostad C.

Das Unternehmen hatte wiederholt bekräftigt, sein organisches Wachstum durch Akquisitionen beschleunigen wollen. Zuletzt hatte Stada die russische Nizhpharm und den portugiesischen Generikaanbieter Ciclum Farma gekauft.

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