Kauf von Schwarz Pharma
UCB – Die unbekannten Belgier

Anfang 2005 hatte der belgische Pharmakonzern UCB für 1,53 Mrd. Pfund das britische Biotech-Unternehmen Celltech übernommen; nun ist Schwarz Pharma für 4,4 Mrd. Euro an der Reihe. Damit wird die bislang nahezu unbekannte Firma zu einer Größe in der Pharmabranche. Doch wer sind die Belgier eigentlich, die künftig auch über deutsche Mitarbeiter entscheiden werden?

HB BRÜSSEL. UCB wurde 1928 als Union Chimique Belge mit Sitz in Brüssel gegründet. Erst 2004 trennte sich das Unternehmen von den beiden Geschäftsbereichen Chemie und Kunststoff-Filme. Seither ist UCB mit einem Umsatz von 2,3 Mrd. Euro (2005), einem Gewinn von 316 Mill. Euro (+ 19 Prozent zu 2004) und mehr als 8 300 Mitarbeitern in 40 Ländern zu einem Großen der Branche herangewachsen. Geführt wird das Unternehmen Roch Doliveux – einem Franzosen mit Manager-Vergangenheit bei Pierre Fabre, Schering-Plough und Ciba-Geigy. 42 Prozent an UCB gehört der belgischen Beteiligungsfirma Financiere de Tubize der Gründerfamilie Janssen.

Schwarz Pharma setzte im vergangenen Jahr mit Arzneien in den Bereichen Herz-Kreislauf, Magen-Darm, Asthma und Neurologie gut 990 Mill. Euro um und hat rund 4 400 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat derzeit drei neue Wirkstoffe in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung. Gerade das machte das familiengeführte Unternehmen so interessant für Käufer.

Deutsche Standorte gesichert

UCB machte in den ersten Monaten dieses Jahres 42 Prozent seines Umsatzes mit Medikamenten zur Behandlung des Zentralen Nervensystems und 36 Prozent mit Allergie-Präparaten. Mit einem Umsatz von 365 Mill. Euro war das Epilepsie-Medikament Keppra in diesem Zeitraum das erfolgreichste Produkt, gefolgt vom freiverkäuflichen Antiallergikum Zyrtec (318 Mill. Euro). Die wichtigsten Märkte sind die USA (44 Prozent), Europa (39 Prozent) und Japan (10 Prozent).

UCB hat im ersten Halbjahr 2006 an den drei Forschungszentren in Braine-l'Alleud (Belgien), Slough und Cambridge (Großbritannien) rund 307 Mill. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Bei einem erwarten Jahresumsatz von mehr als 3,3 Mrd. Euro erhöht sich das zukünftige Forschungsbudget des fusionierten Unternehmen auf 770 Mill. Euro.

Ein Teil des Geldes fließt dabei nach Deutschland: Am Schwarz-Pharma-Stammsitz in Monheim im Rheinland wird ein weiteres Forschungs- und Entwicklungszentren etabliert. Zudem wird hier künftig das gemeinsame allgemeinmedizinische Geschäft unter dem Namen Schwarz Pharma geführt. Auch der zweite Standort Zwickau sei nicht gefährdet, sagte eine Unternehmenssprecherin.

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