Kaufangebot unter Konkurrenten
Flexstrom will Teldafax übernehmen

Der Billigstromanbieter Flexstrom bietet seinem angeschlagenen Konkurrenten Teldafax die Übernahme an. "Wir stünden bereit, Teldafax Energy und deren Kunden sowie die Mitarbeiter zu übernehmen", sagte Vorstandschef Robert Mundt dem Handelsblatt.
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DÜSSELDORF. Die Schieflage des Billigstromanbieters Teldafax weckt bei der Konkurrenz Begehrlichkeiten: Der ebenfalls konzernunabhängige Anbieter Flexstrom bietet seinem schärfsten Rivalen die Übernahme an. „Wir stünden bereit, Teldafax Energy und deren Kunden sowie die Mitarbeiter zu übernehmen“, sagte Vorstandschef Robert Mundt gestern dem Handelsblatt: „In den kommenden Tagen wollen wir ausloten, ob wir ein Angebot unterbreiten können.“

Das Angebot sei ernst gemeint. Gestern morgen habe er sich vom Aufsichtsrat die Freigabe geholt und im Laufe des Tages bereits schriftlich und mündlich versucht, mit den Aktionären von Teldafax und dem Management Kontakt aufzunehmen.

Teldafax und Flexstrom sind die beiden Anbieter auf dem deutschen Energiemarkt, die die großen Energiekonzerne und die Stadtwerke am meisten ärgern. Flexstrom ist seit 2003 aktiv und hat inzwischen 400 000 Stromkunden, Teldafax trat 2007 in den Energiemarkt ein und hat 550 000 Strom- und 150 000 Gaskunden gewonnen. Die beiden Unternehmen liefern sich einen erbitterten Wettstreit: In den Preisvergleichsportalen liegen Flexstrom und Teldafax in den meisten Städten gemeinsam an der Spitze. In der Vergangenheit beharkten sie sich auch immer wieder öffentlich.

Teldafax hat seit über eineinhalb Jahren finanzielle Probleme. Die Jahresabschlüsse von 2008 und 2009 sind bislang nicht testiert. Das Unternehmen, das gestern bis zum Redaktionsschluss nicht auf Anfragen des Handelsblatts reagierte, räumt selbst ein, dass die Ergebnisse von 2008 und 2009 nachhaltig belastet wurden. Für 2011 verspricht es aber wieder schwarze Zahlen. Der Umsatz soll im laufenden Jahr knapp 500 Mio. Euro erreichen. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen selbst in „fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem internationalen strategischen Investor“.

Flexstrom hat nach Mundts Worten „in den vergangenen zwei Jahren schwarze Zahlen geschrieben“. 2009 betrug der Nettogewinn 4,2 Mio. Euro. 2010 soll er bei einem Umsatz von voraussichtlich 270 Mio. Euro zwischen zehn und elf Mio. Euro liegen. Flexstrom gehört zu 90 Prozent Robert Mundt und seinem Bruder Thomas, der Rest wird vom Management gehalten

Flexstrom ist bei Verbraucherschützern nicht minder umstritten als Teldafax. Flexstrom verlangt von seinen Kunden auch häufig Vorauskasse. Mundt verteidigt das: „Das Prepaid-Modell hat für uns den Vorteil, dass wir Verwaltungskosten sparen und Probleme mit säumigen Zahlern vermeiden.“ Dadurch spare Flexstrom Geld und könne günstigere Tarife anbieten.

Mit Blick auf die Schieflage von Teldafax betont er: „Wir haben gezeigt, dass unser Geschäftsmodell nachhaltig ist, sonst würden wir keine schwarzen Zahlen schreiben.“ Flexstrom sichere sich gegen Preisrisiken ab und kaufe sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt Strom ein. Zum Teil wurden bereits Mengen für 2013 bestellt. Das Haupttzollamt Düsseldorf hatte im vergangenen Jahr in einem Gutachten festgehalten, dass Teldafax keine Preisabsicherung betreibe. Damals schuldete das Unternehme die Stromsteuer für 2008 und das erste Halbjahr 2009. Die rund 28 Mio. Euro wurden gestundet, sind aber inzwischen bezahlt.

Schadenfreude empfindet Mundt nach eigenen Worten für die Probleme des Konkurrenten nicht. Im Gegenteil: „Die Probleme von Teldafax sind eine katastrophale Nachricht für die Liberalisierung des Strommarktes, wenn Sie sich bewahrheiten.“

„Wir wären dazu in der Lage“

Trotzdem hat sich für ihn eine günstige Möglichkeit zur Expansion ergeben. Flexstrom habe sich ohnehin entschlossen, sich nach Zukäufen umzuschauen, nachdem man bisher überschaubar und organisch gewachsen sei, erläuterte Mundt. Schon vor Monaten habe er den M&A-Spezialisten Corporate Finance Partners mandatiert, nach potenziellen Objekten Ausschau zu halten.

Er stellt aber auch klar: „Natürlich sind wir nicht blauäugig und würden als erstes eine ausführliche Analyse machen, inwiefern Teldafax Energy fortgeführt werden kann.“ Teldafax selbst sieht dafür keine Gefahr. Mundt vermutet, dass ein zweistelliger Millionenbetrag nötig wäre. „Dazu wären wir in der Lage.“

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  • Also bevor Flexstrom andere Anbieter übernimmt, mit was?? die können ja nicht mal meine Forderung geld wo ich zu Gute hätte, zurückbezahlen. Seit Wochen schreib ich meine Finger wund. Kapieren es nicht können nicht rechnen.??? Ich hab auch kein Geld zuverschenken, hab mir mein Stromgeld immer weggelegt. Jetzt. Schon Frist gesetz, ansonsten werde ich meine Forderung einklagen aber mit Zinsen!! dann würde ich jedem Sponsor, oder wo denen Geld gibt Finger weg.
    Wenn der Betrieb nicht mal Guthaben zurückzahlen aus, wohl ERppe in denen Ihrer Kasse.
    Dann wollen die andere Pleitefirmen noch übernehmen Blanke Hohn. Jeder wo da Geld investieren will Finger weg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Nachdem der Anbieterwechsel wegen verspäteter Kündigung durch TelDaFax bei FlexStrom nicht zustande kam, warte ich seit 3 Monaten auf die mehrfach zugesagte Rückzahlung meiner Anzahlung über 400€ nach bestätigter Annulierung meines Vertrags. Letzte Meldung vom 4.01.2011:
    "Dass Sie ihr Guthaben bis jetzt noch nicht erhalten haben, tut uns sehr leid. Die Verzögerung beruht auf der Umstellung unserer Finanzbuchhaltung. Diese Umstellung erfolgt wiederum, um derartige Verzögerungen in Zukunft zu vermeiden. Mit dieser Maßnahme optimieren wir für Sie, wie bereits in unserer Serviceoffensive angekündigt, unseren Kundenservice. Trotz der zur Zeit durch die Neuerung bedingten längeren bearbeitungszeiten, sollten die Auszahlungen von Guthaben nicht wesentlich länger als 2 Wochen in Anspruch nehmen. Wir danken für ihr Verständnis.
    Jedes Jahr bringt neue Herausforderungen, die es zu meistern gilt. in diesem Sinne wünschen wir ihnen viel Freude und Kraft für ein wunderbares neues Jahr!Mit freundlichen Grüßen

    TelDaFax SERViCES GmbH
    Mottmannstr. 2
    53842 Troisdorf

  • Sehr geehrte Leser,

    bei billiganbietern für Strom kann ich den Rat geben, nicht nur auf den Preis zu schauen und Vorkasse zuleisten.
    ich habe es selber hinter mir.

    Den "Service" und "Versprechungen" ist kein Glauben zu schenken. beschwerdeportate, wie "recla"
    beweisen dies.

    "Geiz ist geil", aber man schadet sich selbst.

    MfG
    Claus

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