Kaufobjekt Ersol
Bosch steckt eine halbe Milliarde in Ersol

Der schwäbische Autozulieferer und Technologiekonzern Bosch setzt mit Großinvestitionen ein Zeichen gegen die Wirtschaftskrise: Der Stuttgarter Familienkonzern steckt eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau der Solarzellen- und Modulproduktion bei dem in diesem Jahr übernommenen Solarunternehmen Ersol.

STUTTGART. Das Geld fließt bis 2012 in die Erweiterung der Fertigungskapazitäten im thüringischen Arnstadt. 1 100 neue Arbeitsplätze wird Bosch dort schaffen.

Es ist die zweite große Investition der Schwaben binnen weniger Wochen in Deutschland. Kürzlich hatte die Bosch-Spitze den Bau eines zentralen Entwicklungszentrums für 160 Mio. Euro im schwäbischen Renningen nahe der Konzernzentrale angekündigt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Bosch 600 Mio. Euro in die Halbleiterfabrik in Reutlingen investiert.

"Wir machen mit der Investition in Arnstadt deutlich, dass die Bosch-Gruppe trotz der schwierigen allgemeinen wirtschaftlichen Lage an ihrem Kurs festhält, auf zukunftsweisende Technologien zu bauen", sagte Siegfried Dais, hinter Franz Fehrenbach zweiter Mann im Konzern und Aufsichtsratschef von Ersol. Die Investition unterstreiche das strategische Ziel, das Engagement rund um regenerative Energien auszubauen.

In diesem Jahr wird der Konzern mit Komponenten für Windkraftanlagen, Warmwasseraufbereitung sowie Wärmepumpen bereits rund 1,2 Mrd. Euro umsetzten. Daraus könnte nach Einschätzung von Experten alsbald innerhalb des Konzerns ein neues viertes Geschäftsfeld entstehen-neben der Kraftfahrzeugtechnik, der Industrietechnik und den Gebrauchsgütern. Größte Investition in diesen Bereich war die Übernahme von Ersol im Sommer für gut eine Mrd. Euro.

Bosch versucht seit Jahren die Abhängigkeit von der Autoindustrie zu verringern, die dem Unternehmen in diesem Jahr das Ergebnis verhageln wird. Die Fahrzeugtechnik macht rund 60 Prozent des Konzernumsatzes aus. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hatte die Beschäftigten noch in der vergangenen Woche auf ein schwieriges Jahr mit Umsatz und Ertragseinbußen eingestimmt.

Nach den Auftragseinbrüchen der vergangenen beiden Monate hat Bosch die Produktion in seinen Autozulieferwerken gedrosselt, die Weihnachtsferien verlängert, die Arbeitszeit verkürzt und einen Stellenabbau im Ausland angekündigt. "Es wird entscheidend sein, den Spagat zwischen Sparen und Investieren zu meistern", schrieb Fehrenbach. Für Bosch könne die Strategie aber nur lauten: neben einem überlegten Krisenmanagement konsequent auf Innovationen zu setzen.

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