Kaufofferte
US-Hedgefonds mauert bei Celesio

Die Übernahme vom Stuttgarter Pharmakonzern Celesio durch die US-Firma McKesson zieht sich hin. Ein Großaktionär blockiert die Pläne und fordert mehr Geld. Damit treibt der Investor McKesson in eine Zwickmühle.
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FrankfurtIm Streit um die Übernahme des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio verhärten sich die Fronten: Celesio-Großaktionär Elliott blockiert die sechs Milliarden Euro schwere Kaufofferte des US-Pharmahändlers McKesson weiterhin. Berichte, Elliott werde das Angebot von McKesson doch annehmen, entbehrten jeder Grundlage, teilte die amerikanische Investmentfirma am Montag mit. Das Angebot von 23 Euro je Aktie sei deutlich zu niedrig, bekräftigte die Investmentgruppe von Paul E. Singer. „Elliott hat die endgültige, verbindliche Entscheidung getroffen, das Angebot von McKesson zu den aktuellen Konditionen nicht anzunehmen.“

McKesson läuft die Zeit davon: Bis zum 9. Januar 2014 muss der US-Pharmahändler mindestens 75 Prozent der Anteile und zweier Wandelanleihen eingesammelt haben, damit die Übernahme gelingt. Die Zwickmühle nutzt der Hedgefonds Elliott aus und fordert eine höhere Offerte. Das Wort der US-Investmentgesellschaft hat Gewicht: Elliot hat für rund 800 Millionen Euro eine Beteiligung von 22,7 Prozent an Celesio zusammengekauft - Wandelanleihen eingerechnet. Ohne die Schuldverschreibungen beläuft sich der Anteil auf 25 Prozent.

Hinter Elliott steht der US-Investor Paul E. Singer. In die weltweiten Schlagzeigen kam der Milliardär vor einem Jahr, als er von Argentinien eine komplette Rückzahlung von Altschulden forderte und das Anfang des Jahrtausends pleitegegangene Land verklagte. Um seine Forderung einzutreiben ließ er sogar öffentlichkeitswirksam ein argentinisches Segelschiff beschlagnahmen.

Im Windschatten von Elliott haben sich weitere Hedgefonds bei Celesio eingekauft, die ebenfalls auf mehr Geld hoffen. Bislang zeigen die Aktionäre McKesson die kalte Schulter. Bis zum Donnerstagnachmittag hatten die Amerikaner nur rund 0,21 Prozent des Aktienkapitals eingesammelt. Ein Sprecher von McKesson in Deutschland wollte sich zu den Forderungen von Elliott nicht äußern.

Für McKesson steht mit der Offerte einiges auf dem Spiel: In den USA haben Wettbewerber wie Amerisourcebergen und Cardinal Health große Einkaufspartnerschaften mit Pharmazieketten besiegelt, um sich im Wettbewerb und in den Verhandlungen mit Pharmakonzernen und Krankenhäusern mehr Preismacht zu verschaffen. McKesson steht dagegen bislang alleine da. Mit Celesio würde das Unternehmen mit einem Schlag in Europa zu den führenden Branchenvertretern gehören.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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