Kaufpreis 1,5 Milliarden Euro
US-Investor KKR übernimmt wohl MTU

Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler hat sich offenbar mit der US-Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) über einen Kaufpreis für den Triebwerksbauer MTU geeinigt. Lediglich der Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler muss noch zustimmen, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Nach Angaben aus informierten Kreisen will KKR für MTU 1,5 Mrd. Euro zahlen.

HB LONDON. Nach Angaben der mit der Situation vertrauten Quelle hat der Turbinenhersteller Pratt & Whitney - eine Sparte der United Technologies Corp, Hartford, und Kooperationspartner von MTU - dem Geschäft bereits zugestimmt. Die Transaktion werde möglicherweise noch im Verlauf dieser Woche mitgeteilt. In dem Preis von 1,5 Mrd. Euro seien die Verbindlichkeiten von MTU nicht enthalten, verlautete aus den Kreisen ferner. KKR lehnte einen Kommentar zu der Darstellung ab.

Über den Verkauf des Münchner Triebwerksbauers MTU ist nach Angaben von Daimler-Chrysler jedoch noch keine Entscheidung gefallen. Dies sagte ein Sprecher am Dienstag in Stuttgart. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Branchenkreisen erfuhr, dürfte aber noch in dieser Woche ein Käufer präsentiert werden.

Die Beteiligungsgesellschaft war seit August als einer von fünf Interessenten in dem Verkaufsprozess genannt worden. Anfang November hatte sich Daimler-Chrysler entschieden, die Verhandlungen exklusiv mit den US-Finanzinvestoren fortzuführen. Damit war der zweite verbliebene Interessent für MTU, der britische Finanzinvestor Doughty Hanson, aus dem Rennen. Finanzkreise hatten allerdings mit einem höheren Verkaufserlös von bis zu 1,8 Mrd. Euro gerechnet. Daimler-Finanzchef Manfred Gentz hatte unlängst die Chancen als gut bewertet, den Milliardendeal noch im Laufe dieses Jahres abzuschließen.

Bei dem Verkauf handelt es sich um den letzten Schritt von Daimler-Chrysler auf dem Weg zur Konzentration auf das eigene Kerngeschäft. MTU ist im Zivilgeschäft, das für 80 % des Gesamtumsatzes steht, stark von Pratt & Whitney abhängig. Als bevorzugter Partner von Pratt & Whitney fällt der US-Gesellschaft faktisch ein Veto-Recht bei der Transaktion zu. Die MTU hat mit Turbinenkomponennten im vergangenen Jahr 2,2 Mrd. Euro umgesetzt und beschäftigt etwa 8 300 Mitarbeiter.

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