Kaufpreis 15 Euro pro Aktie
Continental will Phoenix übernehmen

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat überraschend ein Übernahmeangebot im Volumen von rund 227 Millionen Euro für den Hamburger Konkurrenten Phoenix unterbreitet.

HB HANNOVER/HAMBURG. „Durch die Aufnahme in den Continental-Konzern werden sich die gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit und die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten entscheidend verbessern“, erläuterte Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer am Montag in Hannover die Offerte. Die Phoenix-Aktionäre sollen je Anteilsschein 15 € erhalten, was einer Prämie von knapp 15 % zum Börsenkurs vor Bekanntgabe des Angebots entspricht.

Der Phoenix-Vorstand äußerte sich zunächst zurückhaltend und gab keine Empfehlung an die Aktionäre. „Nach Ansicht des Vorstands der Phoenix AG sind bestimmte Geschäftsbereiche der beiden Unternehmensgruppen in hohem Maße komplementär; hieraus folgt eine industrielle Logik der beabsichtigten Übernahme“, hieß es in einer Mitteilung. Vor einer endgültigen Bewertung müssten aber Einzelheiten des Conti-Angebots abgewartet werden.

Die im Kleinwerteindex SDax gelistete Phoenix stellt Schall- und Schwingungsisolationssysteme sowie Federsysteme für Autos, Lkw und Schienenfahrzeuge her. Das Produktangebot reicht zudem von Schläuchen für die Autoindustrie bis hin zu Förderbändern. Die Gesellschaft soll nun mit der Continental-Tochter ContiTech - einem weltweit führenden Spezialisten für Kautschuk- und Kunststofftechnologie - verschmolzen werden. „Wir erwarten aus der Zusammenführung von ContiTech und Phoenix Synergien von rund 30 Mill. € jährlich“, teilte Wennemer mit. Die Aktie von Conti legte mit über zwei Prozent auf 31,56 € stärker als der Deutsche Aktienindex (Dax) zu. Der Kurs des Phoenix-Papiers schnellte unmittelbar nach Bekanntgabe des Angebots von rund 13 auf 15 € hoch.

Der mit einem Anteil von 22,28 % größte Einzelaktionär von Phoenix, der Textilunternehmer Claas Daun bezeichnete das Angebot im Gespräch mit Reuters als generös. „Deshalb habe ich meine Unterstützung zugesagt“, sagte Daun, der zugleich Aufsichtsratschef der Phoenix AG ist. Zusammen mit dem Paket des bisher zweitgrößten Aktionärs WestLB, die dem Verkauf ebenfalls grundsätzlich zugestimmt hat, kontrolliert Conti bereits gut 37 % von Phoenix. Conti strebt die Übernahme von mindestens 75 % des Phoenix-Kapitals an, sonst wäre die Offerte hinfällig. Neben den Kartellbehörden muss auch der Aufsichtsrat der WestLB die Transaktion noch absegnen.

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