Kaufpreis rund sieben Milliarden Euro
Geheimnisvoller Bieter sticht Gazprom aus

Die bislang unbekannte Baikal Finance Group hat bei der Zwangsversteigerung des Kerngeschäfts des russischen Ölkonzerns Yukos überraschend den Zuschlag erhalten und damit den als Favoriten geltenden staatlichen Energiekonzern Gazprom ausgestochen.

HB MOSKAU. Der Russische Fonds für Staatseigentum erklärte den in Finanzkreisen bis dahin unbekannten Bieter Baikal am Sonntag in Moskau zum Sieger der Auktion um Juganskneftegas. Es war zunächst nicht klar, ob Baikal mit Gazprom in Verbindung steht oder konkurrierende Interessen vertritt. In Expertenkreisen wurde der Auktionssieger unter anderem als Strohfirma des Yukos-Konkurrenten Surgutneftegas oder als zweites Gazprom-Angebot gehandelt. Sowohl Surgutneftegas als auch Gazprom dementierten eine Verbindung zum Auktionssieger. „Weder Gazprom noch Gazpromneft hat irgend einen Bezug zu Baikal“, sagte ein Gazprom-Sprecher.

Der Fonds für Staatseigentum machte als Auktionator keine Angaben zur Identität des erfolgreichen Bieters. „Ich glaube, dass keiner im Saal sagen kann, wer hinter dem Unternehmen steht. Wir wissen es nicht“, sagte der Leiter der Behörde, Juri Petrow, am Sonntag in Moskau vor der Presse. Die Bietungsgarantie in Höhe von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro sei gezahlt worden, hieß es.

Baikal erhielt für die Summe von 260,7 Mrd. Rubel (7 Mrd. Euro) den Zuschlag für den Förderbetrieb des russischen Ölkonzerns, der mit der erfolgten Versteigerung praktisch zerschlagen ist. Im Vorfeld der Auktion war von einer Teilnahme des Bieters mit Sitz in der Stadt Twer nichts bekannt geworden.

Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Industriellenverbandes, Igor Jürgens, sprach von einem skandalösen Ausgang der Auktion. „Es ist absolut nichts bekannt über dieses Unternehmen. Interessant, wo sie wohl das Geld herhaben“, sagte Jürgens.

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