Kaum noch Geschäft
BenQ Mobile braucht dringend fremde Hilfe

Dem Insolvenzverwalter des Münchener Handyherstellers BenQ Mobile läuft die Zeit davon. Bis zum Jahresende muss Martin Prager einen Investor gefunden haben, sonst habe das Unternehmen „definitiv keine Überlebenschance“ mehr. Mit den Geschäftszahlen der vergangenen Monate wird er aber keinen Finanzier locken können. Sie fielen katastrophal aus.

HB/cha DÜSSELDORF. Die wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal lasse eine Fortführung des Geschäfts nicht zu, sagte Prager nach Angaben seiner Sprecherin am Montag auf einer Betriebsversammlung. Zwischen Oktober und Dezember sei mit 50 Mill. Euro nur ein Achtel des geplanten Umsatzes für den Zeitraum erzielt worden.

Prager zufolge gibt es jedoch eine Handvoll ernsthafter Interessenten, die BenQ Mobile übernehmen würden. Zum Teil hättern sie aber Probleme mit der Finanzierung des Geschäfts. An der bloßen Übernahme separater Betriebseinheiten sei keiner von ihnen interessiert. „Einzellösungen haben sich erledigt“, sagte Pragers Sprecherin weiter.

Ein Finanzinvestor habe bei BenQ bereits die Bücher geprüft, bestätigte sie Presseberichte. Wie sich diese Private-Equity-Gesellschaft aber entscheiden werde, könne man nicht sagen. Die Chancen stünden 50 zu 50. Aus Mitarbeiterkreisen verlautete, auch mit amerikanischen und fernöstlichen Unternehmen werde verhandelt.

Prager muss bis zum Jahresende eine Lösung präsentieren. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Januar 2007 darf das Unternehmen keine roten Zahlen mehr schreiben. Prager will BenQ als Auftragsfertiger positionieren und etwa 1 000 Mitarbeiter weiter beschäftigen. Das Unternehmen, das früher zum Siemens-Konzern gehörte, musste Ende September Insolvenz anmelden, weil die taiwanische Mutter BenQ ihre Zahlungen eingestellt hatte.

Unmut über Transfergesellschaft

Auf der Betriebsversammlung am Montag wollte Prager letzte Unsicherheiten bezüglich der Transfergesellschaft klären, die die meisten der Beschäftigen Anfang des neuen Jahres übernehmen soll. Dem Vernehmen nach haben etwa 400 der 3 000 von der Pleite betroffenen Mitarbeiter bereits eine neue Stelle gefunden.

Die ehemalige BenQ-Mutter Siemens hatte sich kürzlich mit dem Insolvenzverwalter und der IG Metall auf die Einrichtung der Transfergesellschaft verständigt und Millionenhilfen zugesagt. BenQ-Mitarbeiter beklagen aber, dass sie bei Eintritt in die neue Gesellschaft sämtliche Ansprüche an Siemens aufgeben müssten. Siemens erklärte, dies sei Teil der Vereinbarung, die man mit der Gewerkschaft geschlossen habe.

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